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BSI Standard · Deutschland

BSI IT-Grundschutz: Der deutsche Sicherheitsstandard

Das IT-Grundschutz-Kompendium des BSI ist das umfassendste Regelwerk für Informationssicherheit im deutschen Raum. Mit 111 Bausteinen (Edition 2023), drei Absicherungsstufen und einer anerkannten Zertifizierung bildet es das Rückgrat der Informationssicherheit in Behörden, KRITIS-Unternehmen und zunehmend auch im Mittelstand.

Zuletzt aktualisiert: März 2026 Von zertifizierten Experten geprüft
111
Bausteine
3
Absicherungsstufen
§31
BSIG-Pflicht
BSI
Herausgeber

Grundlagen

Was ist BSI IT-Grundschutz?

BSI IT-Grundschutz ist ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entwickeltes Rahmenwerk für Informationssicherheit. Es wurde Anfang der 1990er Jahre eingeführt und seither kontinuierlich weiterentwickelt. Das Rahmenwerk kombiniert ein methodisches Vorgehensmodell (den "Weg zur Informationssicherheit") mit einem umfangreichen Katalog konkreter Sicherheitsmaßnahmen - dem IT-Grundschutz-Kompendium.

Im Gegensatz zu ISO 27001, das primär ein Management-Framework definiert, liefert IT-Grundschutz auch detaillierte, praxisorientierte Handlungsempfehlungen. Für jede Systemkomponente, jeden Prozess und jede Infrastrukturkomponente gibt es einen spezifischen Baustein mit konkreten Anforderungen und Umsetzungshinweisen - von der E-Mail-Sicherheit über die Absicherung von Windows-Servern bis hin zur physischen Sicherheit von Serverräumen.

IT-Grundschutz ist gesetzlich verankert: §31 BSIG n.F. verpflichtet KRITIS-Betreiber zur Umsetzung "des Stands der Technik entsprechender technischer und organisatorischer Maßnahmen" - und das BSI erkennt IT-Grundschutz ausdrücklich als geeigneten Nachweis dafür an. Auch für Bundesbehörden ist IT-Grundschutz über die BSI-Grundschutz-Mindestanforderungen verbindlich.

Kernkomponenten des IT-Grundschutzes

KOM

IT-Grundschutz-Kompendium

111 Bausteine (Edition 2023) mit Anforderungen und Umsetzungshinweisen, in zehn Schichten gegliedert. Jährlich aktualisiert.

VGM

Vorgehensmodell

Strukturierter Prozess von der Sicherheitskonzeption über Modellierung und IT-Grundschutz-Check bis zur Zertifizierung.

PRF

Prüfschema & Zertifizierung

BSI-zertifizierte Auditoren prüfen die Umsetzung; bei Erfolg ISO-27001-Zertifikat auf Basis IT-Grundschutz.

PRO

Hilfsmittel & Tools

z.B. verinice (Open-Source, SerNet GmbH), BSI-Leitfäden, Musterrichtlinien, Checklisten - kostenfrei verfügbar.

BSI

Herausgeber & Pflege

Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, Bonn. Regelmäßige Updates, transparente Änderungshistorie.

Aufbau

IT-Grundschutz-Kompendium: Die 10 Schichten

Das IT-Grundschutz-Kompendium ist in zehn Schichten gegliedert, die zusammen alle relevanten Aspekte der Informationssicherheit einer Organisation abdecken - von ISMS-Prozessen bis zur Gebäudesicherheit.

ISMS 1 Baustein

Sicherheitsmanagement

Übergreifende ISMS-Prozesse: Sicherheitspolitik, Organisation, Konzepte, Revision.

ORP 5 Bausteine

Organisation und Personal

Aufbauorganisation, Personal, Datenschutz, Identitäts- und Berechtigungsmanagement.

CON 10 Bausteine

Konzepte und Vorgehensweisen

Kryptokonzept, Datenschutz, Datensicherung, Software-Entwicklung, Outsourcing.

OPS 5 Bausteine

Betrieb

Ordnungsgemäßer IT-Betrieb, Patch-Management, Schutz vor Schadsoftware, Protokollierung.

DER 4 Bausteine

Detektion und Reaktion

Detektion von sicherheitsrelevanten Ereignissen, Sicherheitsvorfälle, Forensik, Notfallmanagement.

APP 60+ Bausteine

Anwendungen

E-Mail, Webanwendungen, Bürokommunikation, ERP-Systeme, Datenbanken, Identitätsmanagement.

SYS 50+ Bausteine

IT-Systeme

Server unter Linux/Windows, Desktop-Systeme, mobile Endgeräte, IoT, Drucker, Speichersysteme.

IND 10 Bausteine

Industrielle IT

ICS/SCADA-Systeme, OT-Sicherheit, Prozessleitsysteme, industrielle Netzwerke.

NET 15 Bausteine

Netze und Kommunikation

Netzwerkarchitektur, VPN, WLAN, VoIP, Netzmanagement, Firewalls, DNS.

INF 10 Bausteine

Infrastruktur

Gebäudesicherheit, Rechenzentren, Serverräume, häusliche Arbeitsplätze, mobile Arbeitsplätze.

Quelle: BSI IT-Grundschutz-Kompendium, Edition 2023. Verfügbar unter bsi.bund.de/grundschutz - kostenlos, kein Login erforderlich.

IT-Grundschutz als Prüfungsthema im T.I.S.P. Zertifikat

BSI IT-Grundschutz ist eines von 20 Modulen des T.I.S.P. Zertifikats (TeleTrusT Information Security Professional) - der wichtigsten personengebundenen Qualifikation für IT-Sicherheitsexperten im deutschsprachigen Raum. Ideal für ISBs und Berater, die ihr IT-Grundschutz-Wissen zertifiziert nachweisen möchten.

T.I.S.P. Kurs ansehen

Vorgehensmodell

Die 3 Absicherungsstufen des IT-Grundschutzes

Seit der Modernisierung des IT-Grundschutzes 2017 gibt es drei Absicherungsstufen, die unterschiedliche Einstiegspunkte und Schutzniveaus bieten.

Stufe 1

Schneller Einstieg

Basis-Absicherung

Die Basis-Absicherung ist der Einstieg in den IT-Grundschutz. Sie enthält die wichtigsten Sicherheitsanforderungen - die "muss man einfach haben"-Maßnahmen. Geeignet für Institutionen, die erstmals systematisch IT-Sicherheit angehen, oder als Sofortmaßnahme bei erkannten Defiziten.

  • Keine vollständige Schutzbedarfsfeststellung notwendig
  • Fokus auf die dringlichsten Basisanforderungen
  • Schnell umsetzbar - typisch 3-6 Monate
  • Kein BSI-Zertifikat auf dieser Stufe möglich
  • Guter Einstieg für KMU ohne dediziertes Sicherheitsteam
Stufe 2

Vollständiger Grundschutz

Standard-Absicherung

Die Standard-Absicherung ist der vollständige IT-Grundschutz-Ansatz. Sie umfasst das gesamte Vorgehensmodell mit Strukturanalyse, Schutzbedarfsfeststellung, Modellierung, IT-Grundschutz-Check und ggf. Risikoanalyse. Sie ist Grundlage für das BSI-Grundschutz-Zertifikat.

  • Vollständige Strukturanalyse des Informationsverbunds
  • Schutzbedarfsfeststellung für alle Zielobjekte
  • Modellierung mit IT-Grundschutz-Bausteinen
  • IT-Grundschutz-Check (Interview-basierter Soll-Ist-Vergleich)
  • Grundlage für ISO-27001-Zertifikat auf Basis IT-Grundschutz
Stufe 3

Kritische Assets schützen

Kern-Absicherung

Die Kern-Absicherung fokussiert auf die "Kronjuwelen" der Organisation - die kritischsten Informationswerte mit dem höchsten Schutzbedarf. Geeignet für Institutionen mit sehr begrenzten Ressourcen, die priorisiert vorgehen müssen, oder als ergänzender Ansatz für besonders schützenswerte Bereiche.

  • Identifikation und Fokus auf wenige kritische Assets
  • Deutlich tieferes Schutzniveau für diese Assets
  • Kein vollständiger Informationsverbund notwendig
  • Kein BSI-Grundschutz-Zertifikat auf dieser Stufe möglich
  • Ergänzend zur Standard-Absicherung für Hochrisikoassets

Vergleich

IT-Grundschutz vs. ISO 27001: Unterschiede und Beziehung

Beide Standards zielen auf Informationssicherheit - doch Ansatz, Tiefe und Einsatzkontext unterscheiden sich erheblich. Eine ISO-27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz kombiniert die Stärken beider Ansätze.

Kriterium BSI IT-Grundschutz ISO/IEC 27001
Herausgeber BSI (Bundesbehörde, Deutschland) ISO/IEC (internationale Normungsorganisationen)
Geltungsbereich Deutschland - besonders Behörden, KRITIS International - weltweit anerkannt
Ansatz Vorgehensmodell + detaillierter Maßnahmenkatalog Management-Framework - "Was", nicht "Wie"
Maßnahmentiefe Sehr detailliert: konkrete Handlungsanweisungen pro Baustein Abstrakt: 93 Controls, eigene Interpretation
Flexibilität Geringer - Bausteine vorgegeben Hoch - Statement of Applicability (SoA) frei wählbar
Zertifizierung BSI-Grundschutz-Zertifikat (entspricht ISO 27001) ISO 27001-Zertifikat durch akkreditierte Auditoren
Kosten Kompendium Kostenlos (bsi.bund.de) Kostenpflichtig (ISO-Normtext ca. 170 EUR)
KRITIS-Nachweis Ausdrücklich anerkannt (§31 BSIG n.F., Nachweispflicht §39 BSIG) Anerkannt als gleichwertiger Standard
Einstieg Basis-Absicherung als niederschwelliger Einstieg Keine formale Einstiegsstufe, direkter Volleinsatz
Empfehlung Behörden, KRITIS, öffentlicher Sektor, NRW-Schulen International tätige Unternehmen, Industrie, KMU
Kombinierter Ansatz: Eine "ISO 27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz" ist offiziell anerkannt und kombiniert die internationale Gültigkeit der ISO 27001 mit der methodischen Tiefe des IT-Grundschutzes. Das BSI bietet hierfür ein eigenes Zertifizierungsschema an. Wir beraten Sie, welcher Ansatz für Ihre Organisation den besseren ROI bietet.

Regulierung

IT-Grundschutz für KRITIS: Anforderungen nach §31 BSIG n.F.

Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) nach §31 BSIG n.F. sind gesetzlich verpflichtet, angemessene technische und organisatorische Sicherheitsmaßnahmen umzusetzen und dies dem BSI alle drei Jahre nachzuweisen (§39 BSIG n.F.). Dieser Nachweis kann durch IT-Grundschutz oder einen vergleichbaren Standard erbracht werden.

Die KRITIS-Sektoren umfassen: Energie (Strom, Gas, Öl, Fernwärme), Wasser (Trinkwasser, Abwasser), Ernährung, IT und Telekommunikation, Gesundheit (Krankenhäuser, Labore, Arzneimittel), Finanzwesen und Versicherungen, Transport und Verkehr sowie Staat und Verwaltung. Die Schwellenwerte für die Betroffenheit sind sektorspezifisch und in der BSI-Kritisverordnung (BSI-KritisV) geregelt.

Mit dem IT-Sicherheitsgesetz 2.0 (ITSiG 2.0, 2021) wurde der KRITIS-Begriff erweitert und der neue Status "Unternehmen im besonderen öffentlichen Interesse" (UBI) eingeführt, der zusätzliche Sicherheitspflichten mit sich bringt - auch ohne Erreichen der KRITIS-Schwellenwerte.

KRITIS-Sektoren und Beispiele

Quelle: §2 Abs. 10 BSIG i. V. m. BSI-KritisV (zuletzt geändert 2022). Betroffenheitsprüfung empfohlen - die konkreten Schwellenwerte sind in Anhang 1 der BSI-KritisV geregelt.

AWARE7 Schulungsangebot

AWARE7 IT-Grundschutz-Schulungen: BSI-autorisierte Prüfungsabnahme, AZAV-gefördert

AWARE7 ist TeleTrusT-akkreditierter T.I.S.P.-Schulungsanbieter. Wir bieten IT-Grundschutz-Schulungen mit BSI-autorisierter Prüfungsabnahme an, die zur IT-Grundschutz-Praktiker-Zertifizierung führen - und auf Wunsch AZAV-gefördert werden können.

T.I.S.P.
TeleTrusT-akkreditierter Schulungsanbieter
AZAV
AZAV-Trägerzulassung - geförderte Weiterbildung möglich
Präsenz + Online
Flexible Durchführungsformate

Warum AWARE7 für IT-Grundschutz

Was uns von anderen Anbietern unterscheidet

Reine Awareness-Plattformen testen keine Systeme. Reine Beratungskonzerne sind zu weit weg. AWARE7 verbindet beides: Wir hacken Ihre Infrastruktur und schulen Ihre Mitarbeiter: mittelstandsgerecht, persönlich, ohne Enterprise-Overhead.

01

Forschung und Lehre als Fundament

20 %

Rund 20% unseres Umsatzes stammen aus Forschungsprojekten für BSI und BMBF. Unsere auf ACM- und Springer-Konferenzen publizierten Studien analysieren Millionen von Websites und Zehntausende Phishing-E-Mails. Drei unserer Führungskräfte sind gleichzeitig Professoren an deutschen Hochschulen.

02

Digitale Souveränität: keine Kompromisse

100 %

Ihre Daten liegen vom Erstkontakt bis zum Abschlussbericht auf unseren eigenen Servern in Deutschland - ohne US-Cloud-Anbieter, ohne Drittlandtransfer. Auch unsere KI läuft auf eigener Hardware in Deutschland - mit lokal betriebenen Open-Source-Modellen. Kunden- und Auftraggeberdaten erreichen keine externen KI-Dienste. Alle Mitarbeiter sind festangestellt, sozialversicherungspflichtig und einheitlich rechtlich verpflichtet.

Mehr zur digitalen Souveränität
03

Festpreis in 24h: planbare Projektzeiträume

24 h

Innerhalb von 24 Stunden erhalten Sie ein verbindliches Festpreisangebot ohne Stundensatz-Risiko. Eingespieltes Team und standardisierte Prozesse sorgen für einen klaren Zeitplan mit definiertem Start- und Endtermin.

04

Ihr fester Ansprechpartner

1:1

Ein persönlicher Projektleiter begleitet Sie vom Erstgespräch bis zum Re-Test. Sie buchen Termine direkt bei Ihrem Ansprechpartner und behalten dieselbe Kontaktperson über das gesamte Projekt.

Peer-reviewte Publikationen

Erste Seite des Papers: Different Seas, Different Phishes - Large-Scale Analysis of Phishing Simulations

Different Seas, Different Phishes - Large-Scale Analysis of Phishing Simulations

ACM AsiaCCS 2025

Oskar Braun, Jan Hörnemann, Norbert Pohlmann, Matteo Große-Kampmann

Erste Seite des Papers: A Platform for Physiological and Behavioral Security

A Platform for Physiological and Behavioral Security

NSPW 2025

Jan Hörnemann

Erste Seite des Papers: Privacy from 5 PM to 6 AM: Tracking and Transparency in the HbbTV Ecosystem

Privacy from 5 PM to 6 AM: Tracking and Transparency in the HbbTV Ecosystem

IEEE/IFIP DSN 2025

Jan Hörnemann, Norbert Pohlmann, Matteo Große-Kampmann

Erste Seite des Papers: Understanding Regional Filter Lists: Efficacy and Impact

Understanding Regional Filter Lists: Efficacy and Impact

PoPETS 2025

Jan Hörnemann, Norbert Pohlmann, Matteo Große-Kampmann

Für wen sind wir der richtige Partner?

Mittelstand mit 50-2.000 MA

Unternehmen, die echte Security brauchen, ohne einen DAX-Konzern-Dienstleister zu bezahlen. Festpreis, klarer Scope, ein Ansprechpartner.

IT-Verantwortliche & CISOs

Die intern überzeugend argumentieren müssen und dafür einen Bericht mit Vorstandssprache brauchen, nicht nur technische Findings.

Regulierte Branchen

KRITIS, Gesundheitswesen, Finanzdienstleister: NIS-2, ISO 27001, DORA. Wir kennen die Anforderungen und liefern Nachweise, die Auditoren akzeptieren.

„BSI IT-Grundschutz ist kein bürokratisches Regelwerk - es ist ein praxiserprobter Leitfaden, der deutschen Behörden und Unternehmen zeigt, wie Informationssicherheit systematisch und nachvollziehbar umgesetzt wird. Wer ihn konsequent anwendet, schafft echte Sicherheit.“

Chris Wojzechowski

IT-Grundschutz-Praktiker (TÜV) · AWARE7 GmbH

Häufige Fragen zum BSI IT-Grundschutz

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um IT-Grundschutz-Implementierung, Zertifizierung und KRITIS-Anforderungen.

BSI IT-Grundschutz ist ein vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) herausgegebenes Regelwerk für Informationssicherheit. Es umfasst das IT-Grundschutz-Kompendium mit 111 Bausteinen (Edition 2023), das IT-Grundschutz-Vorgehensmodell und das BSI-Zertifizierungsschema. IT-Grundschutz eignet sich besonders für deutsche Behörden, KRITIS-Betreiber, Unternehmen mit öffentlichen Aufträgen und Organisationen, die auf Basis des deutschen Rechtsrahmens arbeiten. Eine ISO-27001-Zertifizierung auf Basis von IT-Grundschutz ist möglich und anerkannt.
ISO 27001 ist der internationale Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme (ISMS) - er beschreibt das "Was" (Anforderungen), gibt aber wenig Orientierung beim "Wie". BSI IT-Grundschutz ist der deutsche Ansatz, der beides liefert: einen methodischen Rahmen (Vorgehensmodell) und einen umfangreichen Maßnahmenkatalog (Kompendium) mit konkreten Umsetzungshinweisen für 111 Bausteine (Edition 2023). ISO 27001 ist flexibler und international anerkannter; IT-Grundschutz ist detaillierter und im deutschen Behörden- und KRITIS-Umfeld dominierende Referenz. Eine ISO-27001-Zertifizierung auf IT-Grundschutz-Basis ("ISO 27001 auf Basis von IT-Grundschutz") kombiniert beide Ansätze.
Betreiber Kritischer Infrastrukturen (KRITIS) nach §31 BSIG sind verpflichtet, angemessene organisatorische und technische Vorkehrungen zur Vermeidung von Störungen ihrer kritischen Dienstleistungen zu treffen und dies alle drei Jahre gegenüber dem BSI nachzuweisen (§39 BSIG n.F.). IT-Grundschutz (oder ein gleichwertiger Standard wie ISO 27001) wird als anerkannter Nachweisrahmen akzeptiert. KRITIS-Betreiber umfassen Sektoren wie Energie, Wasser, Ernährung, IT und Telekommunikation, Gesundheit, Finanzwesen, Transport sowie Staat und Verwaltung - ab einem sektorspezifischen Schwellenwert.
Das IT-Grundschutz-Kompendium kennt drei Absicherungsstufen: (1) Basis-Absicherung: Einstieg in IT-Grundschutz mit den wichtigsten Maßnahmen für einen Grundschutz - geeignet für den schnellen Einstieg oder kleine Institutionen. (2) Standard-Absicherung: Vollständige Umsetzung des IT-Grundschutz-Vorgehensmodells mit Schutzbedarfsfeststellung und Risikoanalyse - Referenzpunkt für die meisten Anwendungen und Grundlage für das BSI-Grundschutz-Zertifikat. (3) Kern-Absicherung: Fokus auf besonders schützenswerte Kronjuwelen der Organisation mit höchstem Schutzbedarf - geeignet für Organisationen mit sehr begrenzten Ressourcen, die zunächst nur ihre kritischsten Assets absichern wollen.
Das IT-Grundschutz-Kompendium ist das Kernwerk des BSI IT-Grundschutzes - eine regelmäßig aktualisierte Sammlung von Sicherheitsanforderungen und Umsetzungshinweisen. Es ist in zehn Schichten (ISMS, ORP, CON, OPS, DER, APP, SYS, IND, NET, INF) gegliedert und enthält 111 Bausteine (Edition 2023). Jeder Baustein beschreibt eine Systemkomponente oder einen Prozess, formuliert Basis- und Standard-Anforderungen sowie Anforderungen bei erhöhtem Schutzbedarf, und gibt konkrete Hinweise zur Umsetzung. Das Kompendium wird jährlich aktualisiert und ist kostenfrei auf der BSI-Website verfügbar.
Die BSI-Grundschutz-Zertifizierung erfolgt in mehreren Phasen: (1) Strukturanalyse: Dokumentation aller IT-Systeme, Anwendungen und Räume des Informationsverbunds. (2) Schutzbedarfsfeststellung: Bewertung des Schutzbedarfs aller Zielobjekte in den Kategorien Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit. (3) Modellierung: Zuordnung passender IT-Grundschutz-Bausteine zu allen Zielobjekten. (4) IT-Grundschutz-Check: Soll-Ist-Vergleich aller Maßnahmen durch eine Befragung der Verantwortlichen. (5) Risikoanalyse: Für Zielobjekte mit erhöhtem Schutzbedarf oder fehlenden Bausteinen. (6) Realisierung: Umsetzung der identifizierten Maßnahmen. (7) Audit durch BSI-zertifizierten Auditor und Erteilung des Grundschutz-Zertifikats.
Die Kosten für BSI IT-Grundschutz-Implementierung hängen stark von Institutionsgröße, Informationsverbund-Umfang und angestrebter Absicherungsstufe ab. Für eine mittlere Behörde oder ein KMU (50-200 Mitarbeitende) mit Standard-Absicherung sind typischerweise 30.000-80.000 EUR Beratungskosten über 9-15 Monate realistisch. Hinzu kommen Kosten für das BSI-Grundschutz-Zertifizierungsaudit (10.000-25.000 EUR). Wir erstellen Ihnen auf Basis einer kostenlosen Erstberatung ein verbindliches Festpreisangebot - transparent und ohne offene Beratertage.
NIS2 (Richtlinie EU 2022/2555) fordert von betroffenen Einrichtungen ein Risikomanagementsystem für Cybersicherheit mit konkreten Maßnahmen - unter anderem Vorfallmanagement, Business Continuity Management, Supply-Chain-Sicherheit und Sicherheit bei der Beschaffung. Ein IT-Grundschutz-konformer Informationsverbund (Standard-Absicherung) erfüllt die wesentlichen NIS2-Anforderungen an technische und organisatorische Maßnahmen. Für KRITIS-Betreiber unter §31 BSIG n.F. ist der IT-Grundschutz als Nachweisrahmen ausdrücklich anerkannt; die Nachweispflicht regelt §39 BSIG n.F. (alle drei Jahre). AWARE7 berät sowohl zu IT-Grundschutz als auch zur NIS2-Umsetzung.

IT-Grundschutz-Beratung anfragen

Ob Einstieg in die Basis-Absicherung, Vorbereitung auf die KRITIS-Prüfpflicht nach §31/§39 BSIG n.F. oder Zertifizierungsbegleitung - wir erstellen Ihnen ein verbindliches Festpreisangebot in 24 Stunden (werktags).

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