NIS2 betrifft 30.000 Unternehmen
Das NIS2-Umsetzungsgesetz verpflichtet Unternehmen zu verschärften Cybersecurity-Maßnahmen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 10 Mio. EUR. Die Geschäftsleitung haftet zusätzlich persönlich.
Lageanalyse — aktualisiert März 2026
Ransomware, KI-Phishing und Supply-Chain-Angriffe erreichen 2025 neue Dimensionen. Diese Seite fasst die relevantesten Bedrohungen, Statistiken und regulatorischen Entwicklungen für deutsche Unternehmen zusammen — quellengestützt und handlungsorientiert.
Quellen: Bitkom 2024, BSI Lagebericht 2024, IBM X-Force 2024
Warum Handeln dringend ist
Regulatorische Pflichten, wirtschaftliche Folgen, öffentlich sichtbare Informationen und technische Exposition beschreiben unterschiedliche Teile der Bedrohungslage.
Das NIS2-Umsetzungsgesetz verpflichtet Unternehmen zu verschärften Cybersecurity-Maßnahmen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 10 Mio. EUR. Die Geschäftsleitung haftet zusätzlich persönlich.
Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks in Deutschland (IBM 2024). Weltweit liegt der Schnitt bei 4,88 Mio. USD.
Bei 25 von 30 untersuchten Organisationen fanden sich unter den online identifizierten Beschäftigten 5.910 Personen, für die jeweils sieben bis 15 öffentlich zugängliche Attribute zusammengeführt werden konnten. Die berichteten 71 % beziehen sich nur auf online identifizierte Beschäftigte, nicht auf die gesamte Belegschaft.
Im letzten Messpunkt im Juni 2020 nutzten 95 % der beobachteten Websites mindestens ein erkanntes Softwareprodukt, dessen Version einer bekannten Schwachstelle zugeordnet war. Insgesamt umfasste die 18-monatige Langzeitstudie über 5,6 Mio. Websites. Ob die zugeordneten Schwachstellen im konkreten Betrieb ausnutzbar waren, wurde nicht geprüft.
Quellen: IBM Cost of a Data Breach Report 2024; Urban et al., Plenty of Phish in the Sea (ESORICS 2020); Demir et al., Our (in)Secure Web (PAM 2021); BSI
Offizielle Lageeinschätzung
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bewertet die Cybersicherheitslage in Deutschland als besorgniserregend und auf einem historisch hohen Niveau.
«Insbesondere Ransomware, Spionage und Desinformation bedrohen unseren Wohlstand und gefährden unsere Demokratie.»
Kennzahl
309.000
pro Tag
Einordnung
+26 % gegenüber Vorjahr. Haupttreiber: +256 % bei Windows-64-Bit-Malware.
Quelle
BSI Lagebericht 2024, S. 11
Kennzahl
119
pro Tag
Einordnung
+24 % zum Vorjahr. 2023 waren es noch 78 pro Tag. Monatlich 18 Zero-Day-Meldungen.
Quelle
BSI Lagebericht 2025
Kennzahl
950
Anzeigen
Einordnung
72 % davon mit Datenleaks verbunden. LockBit: 2.500+ Opfer weltweit, 40 in Deutschland.
Quelle
BSI Lagebericht 2025
Kennzahl
1.183
Störungen
Einordnung
Ein einzelner Ransomware-Angriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister betraf 72 Kommunen und 850.000 Arbeitsplätze.
Quelle
BSI Lagebericht 2024
Kennzahl
22
von ~140 weltweit
Einordnung
Zusätzlich über 100 Cybercrime-Gruppen. Angreifer deaktivieren gezielt EDR-Systeme in kompromittierten Netzen.
Quelle
BSI Lagebericht 2024
Kennzahl
~80 %
aller Angriffe
Einordnung
Die meisten durch automatisierte, großflächige Attacken — nicht gezielt, aber verheerend für 3,1 Mio. Mittelständler.
Quelle
BSI Lagebericht 2025
«Wir sind den Bedrohungen nicht schutzlos ausgeliefert! Wir sehen deutlich: Die Schutzmaßnahmen wirken und wir sind in der Lage, den Angriffen effektiv entgegenzutreten.»
Alle Zahlen: BSI — Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2024/2025
Bedrohungsanalyse 2025
Diese Angriffsvektoren verursachen den Großteil der Schäden bei deutschen Unternehmen — eingestuft nach Verbreitung, Schadenshöhe und Entwicklungstrend.
Wahrscheinlichkeit × Auswirkung nach BSI-Einschätzung. Klick auf Punkt → Bedrohungsdetail.
Bedrohung
Laut BSI Lagebericht bleibt Ransomware die größte Gefahr für die IT-Sicherheit in Deutschland. Im Berichtszeitraum wurden 950 Anzeigen erfasst, 72 % davon mit Datenleaks. LockBit war mit weltweit über 2.500 Opfern die aktivste Gruppe - allein 40 deutsche Unternehmen erschienen auf deren Leak-Seite. Rund 80 % aller Ransomware-Opfer sind KMU.
Betroffene Branchen
Produzierendes Gewerbe · Gesundheitswesen · Kommunen · Logistik
Trend
950 Anzeigen / 72 % Datenleaks
BSI Lagebericht 2024/2025
Schwere
Kritisch
Bedrohung
Das BSI warnt: Cyberkriminelle nutzen KI-Sprachmodelle zur Generierung fehlerfreier Phishing-Mails und optimiertem Schadcode. Angreifer zielen laut BSI zunehmend darauf ab, Zugangsdaten zur Multifaktor-Authentifizierung zu stehlen - eine der letzten Verteidigungslinien wird damit untergraben. Kampagnen missbrauchen verstärkt Streaming-Dienste als Köder.
Betroffene Branchen
Alle Branchen · Finanzdienstleistungen · Versicherungen
Trend
MFA-Phishing nimmt zu (BSI)
BSI Lagebericht 2024
Schwere
Kritisch
Bedrohung
Angreifer kompromittieren Software-Anbieter, um über vertrauenswürdige Update-Pfade in Zielsysteme einzudringen. Das BSI stuft Supply-Chain-Risiken als eine der zentralen Bedrohungsdimensionen ein. XZ Utils (2024) und MOVEit (2023) zeigen: Eine einzige kompromittierte Abhängigkeit betrifft tausende Organisationen. Das BSI empfiehlt Software Bill of Materials (SBOM) und Zero-Trust-Architektur.
Betroffene Branchen
Software-Entwicklung · IT-Dienstleistungen · KRITIS · Automotive
Trend
+245 % seit 2021
BSI / ENISA Threat Landscape 2024
Schwere
Hoch
Bedrohung
Das BSI registriert täglich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten - ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: +256 % bei Windows-64-Bit-Malware und +48 % bei Android-Varianten. Sechs der zehn aktivsten Botnetze in Deutschland zielen auf Android-Geräte und sind für 71,4 % aller Infektionen verantwortlich.
Betroffene Branchen
Alle Branchen · Mobile-Nutzer · Behörden · Unternehmen
Trend
309.000 Varianten/Tag (+26 %)
BSI Lagebericht 2024
Schwere
Hoch
Bedrohung
Das BSI verzeichnet aktuell 119 neue Schwachstellen pro Tag - ein Anstieg von 24 % gegenüber dem Vorjahr. Monatlich werden 18 Zero-Day-Schwachstellen über das BSI-CVD-Verfahren gemeldet. Der Ivanti-Fall (Januar 2024) illustriert die Gefahr: Zwei kombinierte Zero-Days (CVE-2023-46805, CVSS 8.2 + CVE-2024-21887, CVSS 9.1) kompromittierten über 1.700 Systeme weltweit, bevor ein Patch verfügbar war.
Betroffene Branchen
OT/ICS · Gesundheitswesen · KRITIS · Behörden
Trend
119 Schwachstellen/Tag (+24 %)
BSI Lagebericht 2024/2025
Schwere
Kritisch
Quellen: BSI Lagebericht 2024/2025 · BSI Lagebericht 2025 Zusammenfassung · ENISA Threat Landscape 2024 · Bitkom 2024
Regulatorisches Umfeld
Die regulatorischen Anforderungen an Cybersicherheit verschärfen sich in allen Branchen. Geschäftsführer haften persönlich — Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.
Regelwerk
In Kraft
Inhalt
Das deutsche Umsetzungsgesetz NIS2UmsuCG ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft. Rund 30.000 Unternehmen in 18 Sektoren unterliegen verschärften Sicherheitspflichten. Geschäftsleiter haften persönlich - Bußgelder bis zu 10 Mio. EUR oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes.
Regelwerk
Verschärft
Inhalt
Europäische Datenschutzbehörden verhängten 2024 Bußgelder von insgesamt über 1,8 Mrd. EUR - ein Anstieg von 14 % zum Vorjahr. Meldepflichten bei Datenpannen (72-Stunden-Frist) werden konsequent kontrolliert. Technischer Datenschutz steht verstärkt im Fokus der Aufsichtsbehörden.
Regelwerk
Aktualisiert
Inhalt
Das BSI hat das IT-Grundschutz-Kompendium 2023 mit neuen Bausteinen für Cloud-Nutzung, KI-Systeme und Remote-Work-Infrastrukturen erweitert. Neue ORP-Bausteine adressieren die Lieferkettensicherheit. Für KRITIS-Betreiber ist die Umsetzung des Grundschutzes verpflichtend.
Regelwerk
In Kraft
Inhalt
DORA gilt seit dem 17. Januar 2025 für Finanzunternehmen und ihre kritischen IKT-Dienstleister in der EU. Verpflichtend: IKT-Risikomanagement, Incident-Reporting, Resilienztests (TLPT) sowie Anforderungen an IKT-Drittanbieter. Finanzaufsichten prüfen aktiv die Umsetzung.
Handlungsempfehlungen
Fünf konkrete Maßnahmen, die den größten Schutzeffekt mit dem geringsten Aufwand erzielen — priorisiert nach Wirksamkeit.
Ein jährlicher Penetrationstest Ihrer exponierten Systeme deckt ausnutzbare Schwachstellen auf, bevor sie zur Eintrittspforte werden. Wir prüfen Webanwendungen, Netzwerkinfrastruktur, Cloud-Konfigurationen und interne Segmentierung.
Penetrationstest anfragenKI-generiertes Phishing umgeht technische Filter. Regelmäßige Phishing-Simulationen und Security-Awareness-Trainings senken die Klickrate nachweislich um bis zu 70 %. Ihre Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Sicherheitswerkzeug.
Phishing-Simulation startenNIS-2, DSGVO und DORA sind keine Option. Ein strukturiertes ISMS nach ISO 27001 schafft die Grundlage für alle regulatorischen Anforderungen gleichzeitig - und schützt Ihre Geschäftsführung vor persönlicher Haftung.
ISO 27001 BeratungSupply-Chain-Angriffe nutzen das schwächste Glied in Ihrer Zulieferkette. Definieren Sie Sicherheitsanforderungen für Lieferanten, prüfen Sie deren Umsetzung und überwachen Sie privilegierte Drittanbieter-Zugänge.
Sicherheitsanalyse anfragenEin erprobter Incident-Response-Plan verkürzt die Reaktionszeit von Tagen auf Stunden. Tabletop-Übungen mit Ihrem Team machen den Ernstfall beherrschbar und stellen die NIS-2-Meldepflicht sicher.
Red-Teaming & Incident ResponseHäufige Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um aktuelle Cyberbedrohungen und Schutzmaßnahmen.
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