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Lageanalyse — aktualisiert März 2026

Aktuelle Cyber-Bedrohungslage Deutschland

Ransomware, KI-Phishing und Supply-Chain-Angriffe erreichen 2025 neue Dimensionen. Diese Seite fasst die relevantesten Bedrohungen, Statistiken und regulatorischen Entwicklungen für deutsche Unternehmen zusammen — quellengestützt und handlungsorientiert.

Bedrohungsstatus Deutschland

Erhöht
Ransomware-Angriffe
5/5
Phishing & Social Engineering
5/5
Supply-Chain-Risiken
4/5
Cloud-Fehlkonfigurationen
4/5
Zero-Day-Exploits
3/5
Schaden DE 2024
148 Mrd. €
Bitkom-Studie
Betroffene Unternehmen
7 von 10
wurden 2024 angegriffen

Quellen: Bitkom 2024, BSI Lagebericht 2024, IBM X-Force 2024

LIVE
309.000
Neue Schadprogramme pro Tag (BSI 2024)
119
Neue Schwachstellen pro Tag (BSI 2025)
80 %
Ransomware-Opfer sind KMU (BSI 2025)
22
APT-Gruppen in DE aktiv (BSI 2024)

Warum Handeln dringend ist

Bedrohungslage aus vier Perspektiven

Regulatorische Pflichten, wirtschaftliche Folgen, öffentlich sichtbare Informationen und technische Exposition beschreiben unterschiedliche Teile der Bedrohungslage.

01

NIS2 betrifft 30.000 Unternehmen

Das NIS2-Umsetzungsgesetz verpflichtet Unternehmen zu verschärften Cybersecurity-Maßnahmen. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis 10 Mio. EUR. Die Geschäftsleitung haftet zusätzlich persönlich.

02

5,31 Mio. USD pro Datenleck

Die durchschnittlichen Kosten eines Datenlecks in Deutschland (IBM 2024). Weltweit liegt der Schnitt bei 4,88 Mio. USD.

03

Bei 25 von 30 Organisationen: verwertbare Spuren

Bei 25 von 30 untersuchten Organisationen fanden sich unter den online identifizierten Beschäftigten 5.910 Personen, für die jeweils sieben bis 15 öffentlich zugängliche Attribute zusammengeführt werden konnten. Die berichteten 71 % beziehen sich nur auf online identifizierte Beschäftigte, nicht auf die gesamte Belegschaft.

04

95 % am letzten Messpunkt potenziell betroffen

Im letzten Messpunkt im Juni 2020 nutzten 95 % der beobachteten Websites mindestens ein erkanntes Softwareprodukt, dessen Version einer bekannten Schwachstelle zugeordnet war. Insgesamt umfasste die 18-monatige Langzeitstudie über 5,6 Mio. Websites. Ob die zugeordneten Schwachstellen im konkreten Betrieb ausnutzbar waren, wurde nicht geprüft.

Quellen: IBM Cost of a Data Breach Report 2024; Urban et al., Plenty of Phish in the Sea (ESORICS 2020); Demir et al., Our (in)Secure Web (PAM 2021); BSI

Offizielle Lageeinschätzung

BSI Lagebericht zur IT-Sicherheit

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bewertet die Cybersicherheitslage in Deutschland als besorgniserregend und auf einem historisch hohen Niveau.

«Insbesondere Ransomware, Spionage und Desinformation bedrohen unseren Wohlstand und gefährden unsere Demokratie.»

Claudia Plattner, Präsidentin des BSI
01

Kennzahl

309.000

Neue Schadprogramm-Varianten

pro Tag

Einordnung

+26 % gegenüber Vorjahr. Haupttreiber: +256 % bei Windows-64-Bit-Malware.

Quelle

BSI Lagebericht 2024, S. 11

02

Kennzahl

119

Neue Schwachstellen

pro Tag

Einordnung

+24 % zum Vorjahr. 2023 waren es noch 78 pro Tag. Monatlich 18 Zero-Day-Meldungen.

Quelle

BSI Lagebericht 2025

03

Kennzahl

950

Ransomware-Angriffe

Anzeigen

Einordnung

72 % davon mit Datenleaks verbunden. LockBit: 2.500+ Opfer weltweit, 40 in Deutschland.

Quelle

BSI Lagebericht 2025

04

Kennzahl

1.183

Vorfälle bei KRITIS-Betreibern

Störungen

Einordnung

Ein einzelner Ransomware-Angriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister betraf 72 Kommunen und 850.000 Arbeitsplätze.

Quelle

BSI Lagebericht 2024

05

Kennzahl

22

APT-Gruppen in Deutschland aktiv

von ~140 weltweit

Einordnung

Zusätzlich über 100 Cybercrime-Gruppen. Angreifer deaktivieren gezielt EDR-Systeme in kompromittierten Netzen.

Quelle

BSI Lagebericht 2024

06

Kennzahl

~80 %

Richten sich gegen KMU

aller Angriffe

Einordnung

Die meisten durch automatisierte, großflächige Attacken — nicht gezielt, aber verheerend für 3,1 Mio. Mittelständler.

Quelle

BSI Lagebericht 2025

«Wir sind den Bedrohungen nicht schutzlos ausgeliefert! Wir sehen deutlich: Die Schutzmaßnahmen wirken und wir sind in der Lage, den Angriffen effektiv entgegenzutreten.»

Claudia Plattner, BSI-Präsidentin

Alle Zahlen: BSI — Die Lage der IT-Sicherheit in Deutschland 2024/2025

Bedrohungsanalyse 2025

Die fünf größten Cyberbedrohungen

Diese Angriffsvektoren verursachen den Großteil der Schäden bei deutschen Unternehmen — eingestuft nach Verbreitung, Schadenshöhe und Entwicklungstrend.

Risk-Matrix 2025

Wahrscheinlichkeit × Auswirkung nach BSI-Einschätzung. Klick auf Punkt → Bedrohungsdetail.

KritischHoch
01

Bedrohung

Ransomware-as-a-Service

Laut BSI Lagebericht bleibt Ransomware die größte Gefahr für die IT-Sicherheit in Deutschland. Im Berichtszeitraum wurden 950 Anzeigen erfasst, 72 % davon mit Datenleaks. LockBit war mit weltweit über 2.500 Opfern die aktivste Gruppe - allein 40 deutsche Unternehmen erschienen auf deren Leak-Seite. Rund 80 % aller Ransomware-Opfer sind KMU.

Betroffene Branchen

Produzierendes Gewerbe · Gesundheitswesen · Kommunen · Logistik

Trend

950 Anzeigen / 72 % Datenleaks

BSI Lagebericht 2024/2025

Schwere

Kritisch

02

Bedrohung

AI-gestütztes Phishing & Social Engineering

Das BSI warnt: Cyberkriminelle nutzen KI-Sprachmodelle zur Generierung fehlerfreier Phishing-Mails und optimiertem Schadcode. Angreifer zielen laut BSI zunehmend darauf ab, Zugangsdaten zur Multifaktor-Authentifizierung zu stehlen - eine der letzten Verteidigungslinien wird damit untergraben. Kampagnen missbrauchen verstärkt Streaming-Dienste als Köder.

Betroffene Branchen

Alle Branchen · Finanzdienstleistungen · Versicherungen

Trend

MFA-Phishing nimmt zu (BSI)

BSI Lagebericht 2024

Schwere

Kritisch

03

Bedrohung

Supply-Chain-Angriffe

Angreifer kompromittieren Software-Anbieter, um über vertrauenswürdige Update-Pfade in Zielsysteme einzudringen. Das BSI stuft Supply-Chain-Risiken als eine der zentralen Bedrohungsdimensionen ein. XZ Utils (2024) und MOVEit (2023) zeigen: Eine einzige kompromittierte Abhängigkeit betrifft tausende Organisationen. Das BSI empfiehlt Software Bill of Materials (SBOM) und Zero-Trust-Architektur.

Betroffene Branchen

Software-Entwicklung · IT-Dienstleistungen · KRITIS · Automotive

Trend

+245 % seit 2021

BSI / ENISA Threat Landscape 2024

Schwere

Hoch

04

Bedrohung

Malware-Explosion & Botnetze

Das BSI registriert täglich 309.000 neue Schadprogramm-Varianten - ein Anstieg von 26 % gegenüber dem Vorjahr. Besonders alarmierend: +256 % bei Windows-64-Bit-Malware und +48 % bei Android-Varianten. Sechs der zehn aktivsten Botnetze in Deutschland zielen auf Android-Geräte und sind für 71,4 % aller Infektionen verantwortlich.

Betroffene Branchen

Alle Branchen · Mobile-Nutzer · Behörden · Unternehmen

Trend

309.000 Varianten/Tag (+26 %)

BSI Lagebericht 2024

Schwere

Hoch

05

Bedrohung

Zero-Day-Exploits & ungepatchte Systeme

Das BSI verzeichnet aktuell 119 neue Schwachstellen pro Tag - ein Anstieg von 24 % gegenüber dem Vorjahr. Monatlich werden 18 Zero-Day-Schwachstellen über das BSI-CVD-Verfahren gemeldet. Der Ivanti-Fall (Januar 2024) illustriert die Gefahr: Zwei kombinierte Zero-Days (CVE-2023-46805, CVSS 8.2 + CVE-2024-21887, CVSS 9.1) kompromittierten über 1.700 Systeme weltweit, bevor ein Patch verfügbar war.

Betroffene Branchen

OT/ICS · Gesundheitswesen · KRITIS · Behörden

Trend

119 Schwachstellen/Tag (+24 %)

BSI Lagebericht 2024/2025

Schwere

Kritisch

Quellen: BSI Lagebericht 2024/2025 · BSI Lagebericht 2025 Zusammenfassung · ENISA Threat Landscape 2024 · Bitkom 2024

Regulatorisches Umfeld

Neue Pflichten, persönliche Haftung

Die regulatorischen Anforderungen an Cybersicherheit verschärfen sich in allen Branchen. Geschäftsführer haften persönlich — Unwissenheit schützt nicht vor Strafe.

01

Regelwerk

NIS-2-Richtlinie

In Kraft

Inhalt

Das deutsche Umsetzungsgesetz NIS2UmsuCG ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft. Rund 30.000 Unternehmen in 18 Sektoren unterliegen verschärften Sicherheitspflichten. Geschäftsleiter haften persönlich - Bußgelder bis zu 10 Mio. EUR oder 2 % des weltweiten Jahresumsatzes.

Frist

Gültig seit 06.12.2025

NIS-2-Beratung
02

Regelwerk

DSGVO-Durchsetzung

Verschärft

Inhalt

Europäische Datenschutzbehörden verhängten 2024 Bußgelder von insgesamt über 1,8 Mrd. EUR - ein Anstieg von 14 % zum Vorjahr. Meldepflichten bei Datenpannen (72-Stunden-Frist) werden konsequent kontrolliert. Technischer Datenschutz steht verstärkt im Fokus der Aufsichtsbehörden.

Frist

Laufende Verschärfung

Datenschutzberatung
03

Regelwerk

BSI IT-Grundschutz 2023+

Aktualisiert

Inhalt

Das BSI hat das IT-Grundschutz-Kompendium 2023 mit neuen Bausteinen für Cloud-Nutzung, KI-Systeme und Remote-Work-Infrastrukturen erweitert. Neue ORP-Bausteine adressieren die Lieferkettensicherheit. Für KRITIS-Betreiber ist die Umsetzung des Grundschutzes verpflichtend.

Frist

Kompendium 2023, laufend

Grundschutz-Beratung
04

Regelwerk

DORA (Digital Operational Resilience Act)

In Kraft

Inhalt

DORA gilt seit dem 17. Januar 2025 für Finanzunternehmen und ihre kritischen IKT-Dienstleister in der EU. Verpflichtend: IKT-Risikomanagement, Incident-Reporting, Resilienztests (TLPT) sowie Anforderungen an IKT-Drittanbieter. Finanzaufsichten prüfen aktiv die Umsetzung.

Frist

Gültig seit 17.01.2025

DORA-Compliance

Handlungsempfehlungen

Was können Sie jetzt tun?

Fünf konkrete Maßnahmen, die den größten Schutzeffekt mit dem geringsten Aufwand erzielen — priorisiert nach Wirksamkeit.

01

Ausnutzbare Schwachstellen aufdecken und dokumentiert beheben

Ein jährlicher Penetrationstest Ihrer exponierten Systeme deckt ausnutzbare Schwachstellen auf, bevor sie zur Eintrittspforte werden. Wir prüfen Webanwendungen, Netzwerkinfrastruktur, Cloud-Konfigurationen und interne Segmentierung.

Penetrationstest anfragen
02

Mitarbeiter zur letzten Verteidigungslinie machen

KI-generiertes Phishing umgeht technische Filter. Regelmäßige Phishing-Simulationen und Security-Awareness-Trainings senken die Klickrate nachweislich um bis zu 70 %. Ihre Mitarbeiter sind Ihr wichtigstes Sicherheitswerkzeug.

Phishing-Simulation starten
03

Compliance-Anforderungen systematisch erfüllen

NIS-2, DSGVO und DORA sind keine Option. Ein strukturiertes ISMS nach ISO 27001 schafft die Grundlage für alle regulatorischen Anforderungen gleichzeitig - und schützt Ihre Geschäftsführung vor persönlicher Haftung.

ISO 27001 Beratung
04

Lieferkette in den Sicherheitsrahmen einbeziehen

Supply-Chain-Angriffe nutzen das schwächste Glied in Ihrer Zulieferkette. Definieren Sie Sicherheitsanforderungen für Lieferanten, prüfen Sie deren Umsetzung und überwachen Sie privilegierte Drittanbieter-Zugänge.

Sicherheitsanalyse anfragen
05

Reaktionsfähigkeit im Ernstfall sicherstellen

Ein erprobter Incident-Response-Plan verkürzt die Reaktionszeit von Tagen auf Stunden. Tabletop-Übungen mit Ihrem Team machen den Ernstfall beherrschbar und stellen die NIS-2-Meldepflicht sicher.

Red-Teaming & Incident Response

Häufige Fragen

Fragen zur Bedrohungslage

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um aktuelle Cyberbedrohungen und Schutzmaßnahmen.

Laut BSI Lagebericht 2024/2025 sind die gravierendsten Bedrohungen: (1) Ransomware - 950 Anzeigen im Berichtszeitraum, 72 % mit Datenleaks, BSI-Präsidentin Plattner nennt sie explizit die größte Gefahr; (2) KI-gestütztes Phishing - Cyberkriminelle nutzen LLMs für fehlerfreie, personalisierte Angriffsmails, zunehmend mit MFA-Phishing; (3) Supply-Chain-Angriffe - das BSI stuft sie als zentrale Bedrohungsdimension ein; (4) APT-Gruppen - 22 staatlich gesteuerte Gruppen sind in Deutschland aktiv (von ~140 weltweit); (5) Schwachstellen-Explosion - 119 neue Schwachstellen pro Tag (+24 %). Rund 80 % der Ransomware-Opfer sind KMU.
Das BSI bewertet die Lage als „besorgniserregend" und auf historisch hohem Niveau. Kernzahlen: 309.000 neue Schadprogramm-Varianten pro Tag (+26 % ggü. Vorjahr), 119 neue Schwachstellen täglich, 22 aktive APT-Gruppen und über 100 Cybercrime-Gruppen in Deutschland. 1.183 Störungen bei KRITIS-Betreibern wurden registriert. Positiv: Die Resilienz steigt - der Anteil der Ransomware-Opfer, die Lösegeld zahlen, sinkt stetig. BSI-Präsidentin Plattner betont: „Die Schutzmaßnahmen wirken und wir sind in der Lage, den Angriffen effektiv entgegenzutreten." (Quelle: bsi.bund.de/lagebericht)
Die NIS-2-Richtlinie (Network and Information Security Directive 2) ist eine EU-Richtlinie zur Stärkung der Cybersicherheit. Das deutsche Umsetzungsgesetz (NIS2UmsuCG) ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft. Betroffen sind Unternehmen ab 50 Mitarbeitern ODER 10 Mio. EUR Jahresumsatz in 18 Sektoren. Schätzungsweise 29.000 bis 40.000 Unternehmen fallen darunter, die Mehrheit Mittelständler. Pflichten: Risikomanagement, 24-Stunden-Meldefristen, Lieferkettensicherheit und persönliche Haftung der Geschäftsleitung. Das BSI hat aktualisierte GAiN-Anforderungen und KRITIS-Mängellisten veröffentlicht.
Der Bitkom beziffert den Gesamtschaden durch Cyberkriminalität in Deutschland 2024 auf 148 Mrd. EUR. Laut IBM liegt der Durchschnittsschaden eines einzelnen Datenlecks in Deutschland bei 4,67 Mio. USD - Platz 3 weltweit. Das BSI dokumentiert im Lagebericht 2024, dass ein einziger Ransomware-Angriff auf einen kommunalen IT-Dienstleister 72 Kommunen und etwa 850.000 Arbeitsplätze betraf. Die Kosten umfassen Betriebsunterbrechung, Forensik, Systemwiederherstellung, Reputationsschäden und Bußgelder.
Das BSI und AWARE7 empfehlen als Sofortmaßnahmen: (1) Multi-Faktor-Authentifizierung aktivieren - Achtung: Das BSI warnt, dass Angreifer zunehmend auch MFA-Credentials stehlen; (2) Offline-Backups und regelmäßige Wiederherstellungstests - der sinkende Anteil zahlender Ransomware-Opfer zeigt: Backups wirken; (3) Patch-Management priorisieren - bei 119 neuen Schwachstellen täglich ist schnelles Patchen kritisch; (4) Least-Privilege-Prinzip konsequent umsetzen; (5) Mitarbeiter sensibilisieren - KI-gestütztes Phishing ist ohne Schulung kaum zu erkennen. Für eine systematische Standortbestimmung empfehlen wir eine Sicherheitsanalyse.

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