TL;DR
Der Master Boot Record (MBR) ist der erste Sektor einer Festplatte und enthalt den Bootloader sowie die Partitionstabelle. Ist er beschadigt oder durch Rootkits verandert, startet das Betriebssystem nicht mehr. Unter Windows hilft das Tool bootrec aus dem Live-System, unter Linux lasst sich der MBR mit testdisk und GRUB2-Befehlen neu schreiben. Voraussetzung ist jeweils ein bootfahiges Live-Medium auf USB-Stick oder DVD.
Diese Zusammenfassung wurde KI-gestützt erstellt (EU AI Act Art. 50).
Inhaltsverzeichnis (3 Abschnitte)
Der Master Boot Record (MBR) ist eine der wichtigsten Bereiche der Festplatte, er beschreibt, wie die Festplatte intern aufgebaut ist und wo sich welche Daten befinden. Wenn dieser Bereich beschädigt ist oder durch ein Rootkit verändert wurde, startet beispielsweise Windows nicht mehr oder die Festplatte ist nicht mehr lesbar. Es gibt jedoch Möglichkeiten, den MBR zu reparieren.
Was enthält der MBR
Wie der Name bereits sagt, enthält der Master Boot Record den Boot-Loader, also einen Programmcode, der das Betriebssystem lokalisiert und in den Arbeitsspeicher lädt. Ohne diesen Programmcode lässt sich das Betriebssystem nicht starten. Weiter enthält der MBR die Partitionstabelle, also eine Informationstabelle, welche darstellt, wie die Festplatte in Bereiche aufgeteilt ist. Geht diese verloren, so weiß ein Betriebssystem nicht mehr, wie die Daten auf der Festplatte verteilt wurden und kann diese daher nicht mehr lesen. Letztendlich finden sich noch generelle Größenangaben der Festplatte innerhalb des MBR. Geht eine dieser Informationen verloren, so stellt dies ein erhebliches Problem dar. Alle diese Informationen befinden sich im ersten Sektor der angeschlossenen Festplatte. Dies gilt für Solide State Drives genauso wie für klassische Hard Disk Drives.
Reparatur unter Windows
Auch wenn ein MBR eine kritische Systemkomponente ist, ist er bei Verlust nicht zwingend verloren. Microsoft stellt unter Windows das kleine Konsolenprogramm bootrec bereit, mit dem sich ein Master Boot Record unter gewissen Umständen reparieren oder sogar neu schreiben lässt.
Vorbereitung: Windows-Livesystem erstellen
Bei einem beschädigten ersten Sektor der Festplatte startet Windows meist nicht mehr, deshalb brauchen Sie zuerst ein Livesystem:
- klassisch eine Windows-10-DVD, selbst gebrannt oder gekauft,
- moderner ein bootfähiger Windows-10-USB-Stick.
Beides lässt sich mit dem kostenlosen Media Creation Tool von Microsoft erstellen.
Livesystem booten und Eingabeaufforderung öffnen
Bei einem fehlerhaften Bootsektor startet die Liveumgebung meist automatisch. Andernfalls rufen Sie über eine der Tasten F1 bis F12 den Bootmanager des BIOS auf und wählen dort das Livemedium aus. Welche Taste zuständig ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller.
Ist das Livesystem hochgefahren, wählen Sie die Sprache aus. Noch vor dem Start des Windows-Setups öffnen Sie eine Eingabeaufforderung, entweder über die Computerreparaturoptionen oder mit SHIFT+F10.
Anschließend geben Sie folgende Befehle ein, um den MBR zu reparieren:
- bootrec /fixmbr (Repariert / schreibt den MBR auf der Festplatte neu)
- bootrec /fixboot (Schreibt einen Windows 10 kompatiblen Startsektor auf die Festplatte)
- bootrec /rebuildbcd (Durchsucht alle Partitionen und Festplatten nach einer kompatiblen Windows 10 Installation, welche gestartet werden kann und weist diese dem Boot zu)

Screenshot des Windows-Setup mit bootrec
MBR unter Linux neu schreiben
Sollte der MBR unter Linux einen Defekt aufweisen, so ist es auch bei diesem Betriebssystem möglich, den MBR neu zu schreiben. Anders als Windows kann es vorkommen, dass je nach Distribution ein anderer Bootloader verwendet wird. Auch hier wird zunächst ein Livesystem eines Linux benötigt, welches ebenfalls von DVD oder einem USB-Stick gestartet werden muss. Anschließend muss mit der Software testdisk die entsprechende Festplatte lokalisiert werden. Meist reicht dabei ein „Quicksearch“. Das Programm listet nun die gefundenen Linux Distributionen auf. Wählt man nun den Menüpunkt „Write“ aus, wird der MBR neu geschrieben. Dies reicht jedoch nicht vollständig aus, da wie bei Windows noch der Bootloader neu geschrieben werden muss. Dieser kann im Fall von GRUB2 mit zwei Konsolenbefehlen neu installiert werden, dabei gilt darauf zu achten, dass sdaX auch die korrekte Festplatte ist, von der gestartet werden soll:
- mount /dev/sdaX /mnt
- grub-install --no-floppy --root-directory=/mnt /dev/sda
Abschließend lässt sich sagen, dass in modernen Betriebssystemen häufig der MBR repariert werden kann. Lediglich eine physisch defekte Festplatte ergibt möglicherweise ein Problem, da immer der erste Sektor der Festplatte beschrieben werden muss.
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