Insecure Direct Object Reference im Zammad Upload Cache
Der Zammad Upload Cache verwendet unsichere, teilweise erratbare Form-IDs zur Identifikation hochgeladener Inhalte - ein Angreifer kann diese erraten, um schadhafte Inhalte in fremde Artikel-Entwürfe einzuschleusen, auf die er keinen Zugriff hat.
Betroffene Software
- Produkt
- Zammad
- Betroffene Versionen
- 6.2.0 - 6.2.x (< 6.3.0)
- Hersteller
- Zammad GmbH
- CVSS-Vektor
- CVSS:3.1/AV:N/AC:L/PR:N/UI:N/S:U/C:H/I:H/A:N
Technische Analyse
Zammad ist ein weit verbreitetes Open-Source-Helpdesk- und Ticketsystem, das Unternehmen für Kundensupport und interne IT-Anfragen einsetzen. Die von AWARE7-Researcher Johannes Ludwig entdeckte Schwachstelle CVE-2024-33668 betrifft den sogenannten Upload Cache - den Mechanismus, über den Datei-Anhänge zwischengespeichert werden, bevor ein Ticket-Artikel final gespeichert wird.
Der Upload Cache identifiziert einzelne Uploads über sogenannte Form-IDs. Diese werden laut Herstellerbeschreibung unsicher und teilweise erratbar generiert (CWE-639, Authorization Bypass Through User-Controlled Key). Ein Angreifer kann gültige Form-IDs anderer Nutzer erraten oder systematisch durchprobieren und darüber schadhafte Datei-Inhalte in Artikel-Entwürfe hochladen, auf die er eigentlich keinen Zugriff haben dürfte.
Die Bewertung mit 9.1 (Critical) stammt von CISA-ADP, dem Vulnrichment-Programm der US-Cybersicherheitsbehörde CISA, das kritische Schwachstellen in weit verbreiteter Software zusätzlich zur Herstellerangabe einordnet - ein Indiz für die praktische Relevanz des Fundes über den ursprünglichen Meldekontext hinaus. Mit diesem Score zählt der Fund zu den schwerwiegendsten in dieser Übersicht: Der Vektor zeigt hohe Auswirkung auf Vertraulichkeit UND Integrität (C:H/I:H) bei fehlender Vorbedingung (PR:N, keine Nutzerinteraktion UI:N) - ein nicht authentifizierter oder niedrig privilegierter Angreifer kann die Schwachstelle vollautomatisiert ausnutzen, ohne dass ein Opfer aktiv mitwirken muss.
In einem Helpdesk-System mit sensiblen Kundenanfragen, internen Vorgängen und teils vertraulichen Anhängen wie Verträgen, Zugangsdaten oder Screenshots bedeutet das ein erhebliches Risiko: Eingeschleuste Inhalte könnten in fremde Tickets gelangen, dort Social-Engineering-Angriffe gegen Support-Mitarbeitende vorbereiten oder schadhafte Dateien in einen vertrauenswürdigen Kontext einschleusen. Der Hersteller hat die Schwachstelle mit Version 6.3.0 behoben.
Empfohlene Maßnahmen
- Sofort: Update auf Version 6.3.0 durchführen
- Kurzfristig: Ticket-Anhänge auf ungewöhnliche oder unbekannte Inhalte prüfen
- Langfristig: Regelmäßige Penetrationstests der Support-Infrastruktur durchführen
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Responsible Disclosure Timeline
-
Patch veröffentlicht (Version 6.3.0)
-
Advisory veröffentlicht
Empfohlene Gegenmaßnahmen
Update auf Zammad Version 6.3.0 oder höher. Bis zum Update sollte der Zugriff auf das Ticketsystem auf vertrauenswürdige Nutzer beschränkt und ungewöhnliche Artikel-Entwürfe überwacht werden.
AWARE7 Leistung zum Thema
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Web-Applikations-Penetrationstest