TL;DR
Seit DSGVO und NIS2 prüfen Auftraggeber systematisch, ob Dienstleister zertifiziert sind - wer ohne einschlägige Nachweise akquiriert, verliert Ausschreibungen. Der Artikel unterscheidet zwei Zertifizierungstypen: Unternehmens-Zertifizierungen (ISO 9001, ISO 27001, TISAX, EMAS) und personenbezogene Zertifikate (T.I.S.P., CISSP, OSCP, CEH, CompTIA Security+). Jedes Zertifikat erfüllt einen anderen Zweck und adressiert unterschiedliche Karriere- und Unternehmensziele. Eine vollständige Vergleichstabelle hilft bei der Entscheidung.
Diese Zusammenfassung wurde KI-gestützt erstellt (EU AI Act Art. 52).
Inhaltsverzeichnis (5 Abschnitte)
Es gab eine Zeit, da spielten Zertifizierungen keine allzu große Rolle. Im Zuge der DSGVO und anderen ähnlich strengen Richtlinien wurden die Zertifizierungen jedoch immer wichtiger für Unternehmen und Kunden. War es einst noch vollkommen egal, wird heute explizit darauf geachtet, dass alle Organisationen, mit denen zusammengearbeitet wird, über entsprechende Zertifizierungen verfügen.
Wir selbst besitzen die ISO 27001 Zertifizierung und helfen seitdem auch unseren Kunden dabei, sich auf die Zertifizierung vorzubereiten. Vor allem deshalb, weil wir wissen, dass es bestimmte Punkte zu beachten gibt, wenn die erfolgreiche Zertifizierung stattfinden soll.
Zertifizierungen lassen sich in zwei grundlegende Kategorien unterteilen: Unternehmens-Zertifizierungen, die einer Organisation als Ganzes attestieren, bestimmte Standards zu erfüllen, und personenbezogene Zertifikate, die das Fachwissen einer Einzelperson belegen. Beide spielen eine wichtige Rolle - die richtige Wahl hängt von Ihrer konkreten Situation ab.
Unternehmens-Zertifizierungen
Für die Zertifizierung von Unternehmen existieren unterschiedliche Zertifikate, die verschiedene Aussagen treffen. Sie alle haben gemeinsam, dass sie meist dazu dienen, nach außen hin ein bestimmtes Fachwissen oder Fachgebiet zu kommunizieren.
ISO 9001
Die ISO 9001 befasst sich mit dem Bereich Qualitätsmanagement und spielt immer dann eine Rolle, wenn es um gesicherte Zusammenarbeit gehen soll. Die Zertifizierung nach ISO 9001 demonstriert deutlich, dass Unternehmen bestrebt nach Verbesserung sind und sich kontinuierlich steigern möchten. Das Qualitätsmanagementsystem erfüllt nach ISO 9001 alle relevanten, rechtlichen und behördlichen Anforderungen.
ISO 27001
Die ISO 27001 befasst sich mit einer möglichst hohen Informationssicherheit oder besser gesagt damit, dass die entsprechenden Standards, die diese gewährleisten, vollumfänglich eingehalten werden. Deshalb ist die ISO 27001 für Unternehmen auch entsprechend wichtig, da sie mit dieser nachweisen können, dass sie innerhalb einer Zusammenarbeit die Informationssicherheit jederzeit gewährleisten können. Es ist also wie jede Zertifizierung eine Art verbindlicher Nachweis, der sicherstellt, dass dem Unternehmen diesbezüglich vertraut werden kann. Wir helfen interessierten übrigens aktiv bei der Umsetzung. Mehr dazu auf unserer eigens dafür erstellten Seite zum Thema.
TISAX
Die Zertifizierung TISAX stammt vom Verband der Automobilindustrien (VDA) und steht für Trusted Information Security Assessment Exchange. Dabei geht es um einen Standard für die Verarbeitung vertraulicher Informationen und den Schutz von Prototypen. Es ist eine Art eigene Version der ISO 27001, bei der sich die Automobilindustrie ein paar Anpassungen erlaubt hat. Durchgeführt wird die Zertifizierung auf Basis des VDA Information Security Assessment (VDA ISA) und als Prüfinstanz kommt die ENX Association zum Einsatz. Ohne gültiges TISAX-Label vergeben BMW, Mercedes-Benz oder VW in der Regel keine Aufträge an Zulieferer.
ISO 14001
Mit der ISO 14001 Norm wird sichergestellt, dass im Unternehmen ein vernünftiges und seriöses Umweltmanagementsystem (UMS) zum Einsatz kommt. Ressourcen werden also effizient genutzt, alle gesetzlichen Anforderungen werden strengstens eingehalten und der eigene Fußabdruck in Bezug auf die Umweltverschmutzung wird entsprechend minimal gehalten.
EMAS
Bei EMAS handelt es sich um ein europäisches Umweltmanagementsystem (UMS), welches entsprechend weitläufige Anerkennung findet. Durch systematische Selbstüberwachung wird eine Rechtskonformität sichergestellt, was dazu führt, dass Unternehmen bei öffentlichen Ausschreibungen bevorzugt werden und mehr Chancen auf staatliche Förderungen haben.
Personenbezogene Zertifikate
Neben den Unternehmens-Zertifizierungen gibt es Zertifikate, die das Fachwissen einer Einzelperson belegen. Gerade weil viele Berufsbezeichnungen in der IT-Sicherheit nicht geschützt sind, sind diese Nachweise im Markt wichtig.
T.I.S.P. - TeleTrusT Information Security Professional
Das T.I.S.P. Zertifikat ist ein personenbezogenes Zertifikat, welches eine Art Know-How-Nachweis darstellt. T.I.S.P. selbst steht für TeleTrusT Information Security Professional und wird vom Bundesverband IT-Sicherheit e.V. (TeleTrusT) vergeben und durch die DEKRA geprüft. Die Zertifizierung deckt 20 Wissensgebiete ab - von Kryptographie über Netzwerksicherheit bis hin zu DSGVO, NIS-2 und BSI IT-Grundschutz.
T.I.S.P. ist die einzige europäische Expertenzertifizierung, deren Prüfungsstoff explizit auf deutsche und europäische Regulierung zugeschnitten ist. Die Prüfung wird vollständig auf Deutsch abgelegt. Die Vorbereitung für das Expertenzertifikat übernehmen wir von der AWARE7 GmbH als begleitenden Vorbereitungskurs bis zur Prüfung - als einer von vier akkreditierten Anbietern in Deutschland und Mitglied im T.I.S.P. Board.
- Herausgeber: TeleTrusT e.V. / DEKRA
- Voraussetzungen: 3 Jahre Berufserfahrung in der IT-Sicherheit
- Prüfung: 180 Multiple-Choice-Fragen, 4 Stunden, 70 % Bestehensgrenze
- Sprache: Deutsch
- Kosten: ca. 3.560 EUR netto (Schulung + Prüfung)
CISSP - Certified Information Systems Security Professional
Wer eine CISSP Zertifizierung anstrebt, muss zunächst fünf Jahre Berufserfahrung mitbringen. Diese sind Voraussetzung für eine Teilnahme, was Neulinge entsprechend ausschließt. Die Zertifizierung ist nach ISO 17024:2003 akkreditiert und international sehr weitläufig anerkannt. Bei CISSP von (ISC)² handelt es sich um eine reine Personenzertifizierung, die sicherstellt, dass sich die zertifizierte Person auf dem Gebiet der Informationssicherheit entsprechend gut auskennt. Sie deckt acht Domains ab - von Security and Risk Management bis Software Development Security.
- Herausgeber: (ISC)²
- Voraussetzungen: 5 Jahre Berufserfahrung in mindestens 2 der 8 Domains
- Prüfung: 125-175 adaptive Fragen (CAT), 4 Stunden, auf Englisch
- Kosten: ca. 6.500-8.000 EUR gesamt
OSCP - Offensive Security Certified Professional
Die Abkürzung OSCP steht für Offensive Security Certified Professional. Die Zertifizierung von Offensive Security zeigt deutlich, dass Sie sich im Bereich Ethical Hacking auskennen, was für Pentests eine große Bedeutung haben kann. Anders als bei theorielastigen Zertifizierungen werden in der OSCP-Prüfung keine Multiple-Choice-Fragen gestellt: Der Prüfling erhält 5 Maschinen und 24 Stunden Zeit, um diese zu hacken und jeweils eine Shell zu öffnen. Anschließend sind weitere 24 Stunden für einen vollständigen Schwachstellen-Report vorgesehen.
Die Durchfallquote ist entsprechend hoch, was die Zertifizierung wertvoll macht. Wer die OSCP-Prüfung einmal bestanden hat, verliert diese nicht mehr - das Zertifikat gilt auf Lebenszeit. Aufbaustufen sind OSWE (PEN-210) und OSEP (PEN-300) mit jeweils 48 Stunden Prüfungszeit.
- Herausgeber: Offensive Security (OffSec)
- Voraussetzungen: Solide Linux/Windows/Netzwerk-Kenntnisse empfohlen
- Prüfung: 24h praktische Prüfung + 24h Report
- Kosten: ab ca. 1.499 USD (inkl. Kurs)
- Gültigkeit: Lebenszeit (kein Ablaufdatum)
CEH - Certified Ethical Hacker
Der CEH wird von EC-Council angeboten und stellt ein gutes Einstiegszertifikat im Bereich der IT-Sicherheit dar. Als Voraussetzung werden 2 Jahre Erfahrung im Bereich Informationssicherheit oder das Absolvieren des zugehörigen Kurses genannt. Die CEH-Prüfung hat ein Zeitlimit von 4 Stunden für 125 Fragen. Mehrere unserer Penetrationstester führen den CEH.
Im Vergleich zum OSCP ist der CEH theorielastiger - er belegt, dass man die theoretischen Grundlagen des Penetrationstestings beherrscht, ohne praktische Hacking-Fähigkeiten im gleichen Umfang zu prüfen. Als Einstiegszertifikat oder ergänzend zum OSCP ist er dennoch sinnvoll, da er in Stellenausschreibungen - insbesondere in Behördenumfeldern - häufig gefordert wird.
- Herausgeber: EC-Council
- Voraussetzungen: 2 Jahre InfoSec-Erfahrung oder EC-Council-Kurs
- Prüfung: 125 Fragen, 4 Stunden, Multiple-Choice
- Kosten: variabel je nach Schulungsanbieter
CompTIA Security+
CompTIA Security+ ist die international anerkannte Einstiegszertifizierung für IT-Sicherheit. Sie richtet sich an Berufseinsteiger und IT-Fachkräfte, die ein solides Grundlagenwissen in Sicherheitskonzepten nachweisen wollen. Keine formalen Voraussetzungen - empfohlen werden 2 Jahre IT-Erfahrung.
- Herausgeber: CompTIA
- Prüfung: Max. 90 Fragen, 90 Minuten, kein Deutsch
- Kosten: ca. 1.000-1.400 EUR gesamt
- Hinweis: Im DACH-Raum bietet T.I.S.P. inhaltlich mehr Tiefe und ist regulatorisch relevanter.
Vergleichstabelle: Welches Zertifikat passt zu wem?
| Zertifikat | Typ | Zielgruppe | Schwerpunkt | Kosten (ca.) | DACH-Relevanz |
|---|---|---|---|---|---|
| ISO 27001 | Unternehmen | Alle Branchen | ISMS, Informationssicherheit | 30.000-150.000 EUR | Sehr hoch |
| TISAX | Unternehmen | Automobilzulieferer | Informationssicherheit, Prototypenschutz | 3.000-30.000 EUR | Pflicht (Automotive) |
| ISO 9001 | Unternehmen | Alle Branchen | Qualitätsmanagement | variabel | Hoch |
| EMAS | Unternehmen | Alle Branchen | Umweltmanagement | variabel | Mittel |
| T.I.S.P. | Person | ISB, Berater, CISO | IT-Sicherheit, EU-Regulierung | ~3.560 EUR | Sehr hoch |
| CISSP | Person | Senior-Fachkräfte | Ganzheitliche IT-Sicherheit | ~6.500-8.000 EUR | Hoch (international) |
| OSCP | Person | Pentester | Praktisches Ethical Hacking | ab ~1.499 USD | Sehr hoch (Offensive) |
| CEH | Person | Einsteiger, Pentester | Ethical Hacking (theoretisch) | variabel | Mittel-Hoch |
| CompTIA Security+ | Person | Einsteiger | IT-Sicherheits-Grundlagen | ~1.000-1.400 EUR | Mittel |
Wie wichtig ist eine Zertifizierung im Geschäftsalltag?
Für Unternehmen und Einzelpersonen spielen die unterschiedlichen Zertifizierungen eine zunehmend wichtigere Rolle. Das liegt ganz einfach daran, dass Unternehmen sich gerne Nachweise über den Expertenstatus verschiedener Dienstleister einholen. Speziell auch deswegen, weil viele Berufsbezeichnungen nicht geschützt sind und somit Anbieter in Erscheinung treten, die zwar eine Leistung anbieten, in dieser aber keinerlei Expertise aufweisen können.
Mit den unterschiedlichen Zertifizierungen, sei es nun eine nach der ISO-Norm oder aber ein personenbezogenes Zertifikat, kann mehr oder minder bewiesen werden, dass entsprechendes Fachwissen vorhanden ist. Das spielt im Geschäftsalltag eine immer größer werdende Rolle und kann auch bei der Auftragsvergabe eine wichtige Voraussetzung sein.
Das ist auch immer dann der Fall, wenn Unternehmen international tätig sein wollen. Für den EU-Raum und gerade auch für Amerika ist es dann nämlich wichtig, dass nachgewiesen werden kann, dass die hiesigen Gesetze und Richtlinien in Bezug auf die Informationssicherheit und IT-Systeme vollumfänglich bekannt sind und während der Arbeit entsprechend erfüllt werden.
Für Karrieren im IT-Security-Bereich gilt: Autodidaktisches Lernen und praktische Erfahrung - etwa durch Capture-the-Flag-Wettbewerbe, Bug-Bounty-Programme oder Hacking-Plattformen wie HackTheBox - sind wertvolle Ergänzungen, ersetzen aber nicht die formalen Nachweise, die in vielen Unternehmen und Branchen als Filterkriterium für Einstellungen genutzt werden. Die ideale Mischung hängt vom Karriereweg ab: Pentester profitieren besonders vom OSCP, Sicherheitsberater und ISBs vom T.I.S.P., internationale Karrieren vom CISSP.
Fazit
Wir können nur aus eigener Erfahrung sprechen und diese an Sie weitergeben. Für uns war die ISO 27001 Zertifizierung wichtig, um mit bestimmten Kunden überhaupt zusammenarbeiten zu können. Der Weg dorthin war mitunter steinig und nicht ganz unproblematisch, doch schlussendlich hat sich der Aufwand gelohnt. Vor allem deshalb, weil die Zusammenarbeit dann wesentlich reibungsloser verläuft und klar ist, dass wir uns an entsprechende Normen und Gesetze halten, ohne dies gesondert besprechen zu müssen. Das Zertifikat unterstreicht unser Fachwissen.
Durch die eigenen Erfahrungen beflügelt, helfen wir heute daher auch anderen Unternehmen und geben Webinare, in denen wir neben den Grundlagen auch viele praktische Tipps zur ISO 27001 Zertifizierung weitergeben. Auch um OSCP, T.I.S.P. oder CISSP kümmern wir uns gerne und vermitteln hier bedeutsames Wissen.
- Einen tiefgehenden Vergleich von T.I.S.P., CISSP, CISM und CompTIA Security+ mit Gehaltsaussichten finden Sie in unserem IT-Sicherheits-Zertifizierungen im Vergleich.
- Unternehmen, die zwischen ISO 27001, BSI IT-Grundschutz und TISAX wählen müssen, finden alle Antworten im Artikel ISO 27001 vs. BSI IT-Grundschutz vs. TISAX: Der Unternehmensvergleich.
- Für den Karriereeinstieg in Offensive Security - von Lernplattformen über Zertifizierungen bis zu Gehaltsrahmen - empfehlen wir unseren Karriere-Guide für Offensive Security.
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