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Windows Defender - reicht der kostenlose Virenschutz? - Betriebssystem-Sicherheit und Systemhaertung
Compliance & Standards

Windows Defender - reicht der kostenlose Virenschutz?

Der kostenlose Virenschutz von Microsoft hat einen steinigen Weg hinter sich. Jahre lang wurde er belächelt.

Jan Hörnemann Jan Hörnemann Chief Operating Officer · Prokurist
Aktualisiert: 12. November 2024 4 Min. Lesezeit
ISO 27001 Lead Auditor (PECB/TÜV) T.I.S.P. (TeleTrusT) ITIL 4 (PeopleCert) BSI IT-Grundschutz-Praktiker (DGI) Ext. ISB (TÜV) BSI CyberRisikoCheck CEH (EC-Council)

TL;DR

Der Windows Defender reicht als Basisschutz für Privatanwender auf Windows-Systemen aus. AV-Test bewertet die kostenlose Microsoft-Lösung mit 17,5 von 18 Punkten - lediglich bei der Geschwindigkeit gibt es einen halben Punkt Abzug. Die tiefe Systemintegration macht den Defender ressourcenschonender als viele Drittanbieter. Ein Ransomware-Schutz, der Dokumentenordner vor unberechtigten Schreibzugriffen sperrt, ist ebenfalls enthalten. Wer jedoch erweiterte Funktionen wie detaillierte Protokolle, VPN oder Passwortmanager benötigt, stößt schnell an Grenzen. Da die Testergebnisse des Defenders in der Vergangenheit stark geschwankt haben, empfiehlt sich eine regelmäßige Überprüfung der aktuellen AV-Test-Bewertungen.

Diese Zusammenfassung wurde KI-gestützt erstellt (EU AI Act Art. 52).

Inhaltsverzeichnis (4 Abschnitte)

Der Vorteil beim Windows Defender als Virenschutz liegt auf der Hand: Er ist kostenlos, im System verankert und deshalb auch direkt vorinstalliert. Doch genügt das Hausmittel aus dem Hause Microsoft als Virenschutz oder sollte man, wenn man auf einen Virenschutz besteht, Geld in die Hand nehmen? Neuste Testergebnisse zeigen deutlich, dass die integrierte Software viel Abstand aufgeholt hat!

Brauche ich überhaupt eine Antivirensoftware?

Über die Wirksamkeit und den Nutzen von Antivirensoftware lässt sich streiten. Das System wird in der Regel etwas langsamer, nur erkannte Trojaner und Viren können identifiziert werden und natürlich kann auch die Schutzssoftware Sicherheitslücken mit an Bord bringen, die es ohne die Installation auf dem System nicht gegeben hätte.

Doch auch nach all der Berücksichtigung dieser Punkte kann man zu dem Entschluss kommen: “Ich will trotzdem einen Virenschutz installieren!” Und das ist auch vollkommen legitim. Schließlich arbeitet die Schutzsoftware oft wie ein drittes Auge, warnt vor Websites oder unseriösen Dateien. Die Auswahl an kostenfreier und kostenpflichtiger Software am Markt ist jedoch schwierig zu überblicken. Reicht eine kostenfreie Software überhaupt aus? Vielleicht sogar der Windows Defender als Virenschutz? Der kostenlose Virenschutz von Microsoft hat einen steinigen Weg hinter sich. Jahre lang wurde er belächelt. Und das nicht ohne Grund. Er war lange Zeit schlichtweg kein guter Schutz. Doch was kann der kostenlose Virenschutz heute?

Muss für einen Virenschutz Geld auf den Tisch gelegt werden?

Sobald Windows verwendet wird ist der Virenschutz obligatorisch. Die meisten Angriffe haben es nach wie vor auf das Betriebssystem aus dem Hause Microsoft abgesehen. Das ist unter anderem auf den hohen Marktanteil zurückzuführen. Einige wenige kommen zwar komplett ohne Virenschutz aus - für die breite Masse ist das jedoch nicht zu empfehlen. Da das Angebot an Virenschutz-Software umfangreich ist, und von kostenlos bis hin zu Hundert Euro reicht, ist die Frage gerechtfertigt ob man für einen guten Schutz auch Geld bezahlen muss. Mehrere Prüfunternehmen und Fachblätter sind nun zu dem Ergebnis gekommen:

Der Windows Defender bietet einen guten Basisschutz an. Durch die tiefe Integration ins System arbeitet er ressourcenschonender und unauffälliger als viele andere Virenscanner.

Wer nur eine Schutzsoftware sucht, dem reicht der Windows Defender als Virenschutz aus!

AV-Test untersucht regelmäßig die Wirksamkeit von Virenschutzlösungen. Unterschieden wird dabei in Tests für Privatanwender, Unternehmen und dem Internet-of-Things. Die hier erwähnten Testergebnisse beziehen sich auf die der Privatanwennder. Untersucht wird u.a. die Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Usability. Dabei wurden folgende Ergebnisse ermittelt:

Der Windows Defender als Virenschutz schließt zu kostenpflichtigen Lösungen auf (Quelle: AV-test.org/zdnet.de)

In dem Test gibt es so gut wie gar keine schlechten Antivirenlösungen. Die Unterschiede belaufen sich oft nur auf ein Zwölftel der möglichen Punktzahl. Wird man einen gezielten Blick auf “Microsoft” und den dahinterstehenden Windows Defender, sieht man einen halben Punkt Abzug bei Geschwindigkeit. Ansonsten erreicht die kostenlose Software 17,5/18 Punkten.

In Sachen Schutzwirkung und Benutzbarkeit steht der Windows Defender als Virenschutz in diesem Test den anderen Lösungen in nichts nach. In der Vergangenheit haben die Testergebnisse jedoch beim Windows Defender stark geschwankt - das sollte man berücksichtigen. Behält man die Testergebnisse regelmäßig im Auge, kann man nach einem halben Jahr immer noch zu einer Alternative wechseln.

Was spricht für eine kostenpflichtige Antivirenschutsoftware?

Wem der Basisschutz reicht ist mit dem Windows Defender bestens bedient. Ein Schutz vor Ransomware rundet das Angebot ab. Dokumentenordner können dann nur von Software verändert werden, denen dieses Recht auch eingeräumt worden ist. Doch wer weitere Funktionen benötigt, kommt mit den Bordmitteln schnell an seine Grenzen. Kostenlose Virenscanner von Drittanbietern erfordern stets Kompromisse. Entweder wird Werbung eingeblendet oder der Funktionsumfang eingeschränkt. Wem der Windows Defender am Ende des Tages als kostenloser Virenschutz nicht genügt, dem empfehlen wir Geld auf den Tisch zu legen. Nicht weil die Erkennung dann besser funktioniert, sondern weil mögliche Sicherheitslücken und Einfallstore, wie z.B. über Werbung, geschlossen werden.

Die unterschiedlichen Softwareschmieden haben deshalb andere Felder für sich entdecken können. So ermöglicht z.B. GDATA die sichere Verwaltung von Wallet Passwörtern und Schlüsseln mit dem “BankGuard”. Dieses Zusatzfeature soll auch Bankentrojaner erkennen können. Andere Anbieter, andere Vorteile. So gibt es Softwaresuites die für Smartphone, Tablet und Computer geeignet und aktiviert sind, manche Hersteller konzentrieren sich auf den Kinderschutz. Antivirensoftware für das Smartphone halten wir jedoch nicht für sinnvoll.

Wer also in manchen Bereichen einen besonderen Schutzbedarf sieht, der kann natürlich nach wie vor zu kostenpflichtigen Varianten greifen, die diesen Bedarf decken. Dann empfehlen wir aber das Geld in die Hand zu nehmen. Die Datenbank lässt sich dann häufig mehrfach am Tag aktualisieren, was den entscheidenden Unterschied ausmachen kann. Vor allem aber bekommt man keine (nervige) Werbung eingeblendet.

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