TL;DR
Um Phishing-Angriffe zu erkennen, prüfen Sie stets die Absender-Adresse: Die tatsächliche Domain `notifications@dhl-tracking.ru` entlarvt den Betrug, selbst wenn der Anzeigename "DHL Paketservice" lautet. Analysieren Sie Betreffzeilen auf Dringlichkeit oder Drohungen wie "Letzte Warnung - Account-Sperrung in 24h". Fahren Sie mit der Maus über Links, um die echte URL zu sehen; `amazon.de.login-verify.ru/` ist keine Amazon-Domain. Seien Sie vorsichtig bei Anhängen wie `.exe`-Dateien oder passwortgeschützten ZIPs. Hinterfragen Sie den Inhalt: Erwarten Sie diese Mail? Ist die Anfrage plausibel? Banken fragen beispielsweise niemals per E-Mail nach Passwörtern.
Diese Zusammenfassung wurde KI-gestützt erstellt (EU AI Act Art. 52).
Inhaltsverzeichnis (4 Abschnitte)
Phishing ist der häufigste Einstiegsvektor für Cyberangriffe. Doch mit dem richtigen Blick lassen sich die meisten Phishing-Mails erkennen - selbst wenn sie professionell gestaltet sind.
Einen umfassenden Überblick über alle Phishing-Methoden und Angriffsvarianten finden Sie in unserem Leitfaden Phishing-Angriffe erkennen und abwehren. Grundlegende Begriffe erklärt unser Phishing-Wiki-Artikel. Wie Ihr Unternehmen regelmäßige Phishing-Tests strukturiert einsetzt, erfahren Sie auf unserer Seite zur Phishing-Simulation.
Checkliste: Ist diese E-Mail Phishing?
Schritt 1: Absender-Adresse prüfen
Der Anzeigename einer E-Mail ist kein Vertrauensbeweis. “DHL Paketservice” als Anzeigename klingt vertrauenswürdig - aber die tatsächliche Absenderadresse notifications@dhl-tracking.ru verrät sofort: Phishing.
Typische Muster in Phishing-Adressen:
amazon-support@gmail.com- Amazon nutzt niemals Gmailservice@paypa1.com- die Ziffer 1 statt des Buchstabens linfo@deutschebank-online.de- das Extra-Wort “online” in der Domainnoreply@firma.de.phishing.net- Ihre Domain ist nur eine Subdomain der Phishing-Domain
So prüfen Sie die Adresse: Auf dem PC halten Sie die Maus über den Absender, um die vollständige Adresse anzuzeigen. Auf dem Handy tippen Sie den Absender an.
Schritt 2: Betreff und Ton analysieren
Phishing-Mails erzeugen Druck und Angst. Folgende Formulierungen im Betreff sind ein klares Warnsignal:
- “DRINGEND: Ihre Zahlung wurde abgelehnt”
- “Letzte Warnung - Account-Sperrung in 24h”
- “Verdächtige Aktivität erkannt - sofort handeln!”
- “Sie haben gewonnen! Claim Ihren Preis”
Generell verdächtig sind immer: extreme Dringlichkeit (“sofort”, “letzte Chance”, “24h”), Drohungen wie “Konto gesperrt” oder “rechtliche Konsequenzen”, unerwartete Gewinne und unbekannte Absender mit persönlichem Ton.
Schritt 3: Link-Prüfung (VOR dem Klick!)
Fahren Sie auf dem PC mit der Maus über den Link, ohne zu klicken - die tatsächliche URL erscheint unten links im Browser. Auf dem Handy halten Sie den Link lange gedrückt für eine URL-Vorschau.
Legitime URLs sehen so aus:
https://www.amazon.de/login- die echte Domain ist amazon.dehttps://app.dhl.com/tracking- die echte Domain ist dhl.com
Phishing-URLs versuchen, echte Domains zu imitieren:
https://amazon.de.login-verify.ru/- die echte Domain ist login-verify.ru, nicht amazon.dehttps://amaz0n.de/login- Null statt Ohttps://amazon-login-secure.com- amazon-login-secure.com ist nicht amazon.dehttps://bit.ly/3xK9qR- eine verkürzte URL, deren Ziel unbekannt ist
Faustregel: Die Domain VOR dem ersten ”/” ist die echte Domain. Bei
amazon.de.phishing.netist die echte Domainphishing.net, nichtamazon.de.
Schritt 4: Anhang-Prüfung
Besondere Vorsicht ist bei folgenden Dateitypen geboten:
- Ausführbare Dateien:
.exe,.bat,.cmd,.vbs,.js - Office-Dateien mit Macros:
.xlsm,.docm,.pptm - Passwortgeschützte ZIP-Dateien, deren Passwort in der Mail steht - das umgeht Virenscanner
- PDFs mit eingebetteten Links
Niemals sollten Sie “Inhalte aktivieren” in Excel oder Word klicken, wenn die Datei von einem unbekannten Absender stammt. Öffnen Sie keine Anhänge wenn der E-Mail-Inhalt bereits verdächtig erscheint.
Im Zweifel gilt: Absender über einen anderen Kanal kontaktieren (telefonisch) oder die IT-Security fragen, bevor Sie eine Datei öffnen.
Schritt 5: Inhalt logisch prüfen
Stellen Sie sich vier entscheidende Fragen:
- Erwarte ich diese E-Mail? Handelt es sich um ein unerwartetes Paket oder eine unbekannte Rechnung?
- Stimmt das Geschäftsverhältnis? Habe ich überhaupt einen DHL-Vertrag?
- Ist die Anfrage plausibel? Bittet ein CEO wirklich per E-Mail um eine dringende Überweisung?
- Würde die echte Firma so kommunizieren?
Einige Anfragen sind schon aus sich heraus unplausibel: Banken fragen niemals nach Passwörtern per E-Mail. Echte Microsoft-Warnungen kommen nicht per Mail. Das Finanzamt schreibt Briefe, keine E-Mails.
Besondere Achtsamkeit bei…
Rechnungs-Phishing (häufigste Variante)
Typische Betreffzeilen lauten: “Ihre Rechnung #12847 ist überfällig - zahlen Sie jetzt”, “Ihre monatliche Zahlung wurde abgelehnt” oder “Neue Rechnung von [bekannte Firma]”.
Prüfen Sie immer: Haben wir wirklich einen Vertrag mit diesem Anbieter? Stimmt die Rechnungsnummer mit unserer Buchhaltung überein? Nehmen Sie direkten Kontakt zur Firma auf - aber niemals über die Telefonnummer aus der verdächtigen E-Mail.
IT-Support-Phishing
Diese Mails kommen mit Betreffzeilen wie “Ihr Passwort läuft ab - jetzt erneuern”, “Ihr Mailbox-Speicher ist voll - jetzt bestätigen” oder “Wichtige Sicherheitsaktualisierung erforderlich”.
Die echte IT-Abteilung würde einen Passwort-Reset niemals per E-Mail starten. Bei Zweifeln gilt: IT-Support direkt anrufen - mit der Nummer aus dem Telefonbuch oder dem Intranet, nicht aus der E-Mail.
CEO-Fraud / Business Email Compromise
Diese Angriffe tarnen sich mit einem Anzeigenamen wie “Max Müller (CEO)” und enthalten Anfragen wie: “Bitte überweisen Sie 45.000 € vertraulich und dringend” oder “Klären Sie nichts mit anderen - nur zwischen uns.”
Eiserne Regel: Finanzielle Anweisungen per E-Mail niemals ausführen ohne persönlichen Rückruf. Rufen Sie auf der bekannten Nummer des CEOs an - nicht auf einer Nummer aus der E-Mail. Vertraulichkeit und Dringlichkeit kombiniert sind das deutlichste Red Flag überhaupt.
Sofortmaßnahmen - Was tun wenn es passiert ist?
Wenn Sie geklickt haben (kein Login)
- Ruhig bleiben - es ist noch nicht zu spät
- IT-Security sofort informieren
- Browser schließen
- Browser-Cache und Cookies löschen
- Aktuellen Virenscan starten
- Auf ungewöhnliche Aktivitäten achten und Auffälligkeiten sofort melden
Wenn Sie Credentials eingegeben haben
- IT-Security sofort informieren - auch um 22 Uhr
- Passwort des betroffenen Accounts sofort ändern, und zwar von einem anderen, sicheren Gerät
- Alle aktiven Sitzungen beenden (in M365: “Alle Sitzungen abmelden”)
- Passwort auf allen anderen Diensten ändern, bei denen Sie dasselbe Passwort verwenden
- Die IT prüft ob sich jemand mit Ihren Credentials eingeloggt hat
Wenn Sie einen Anhang geöffnet haben
- Gerät sofort vom Netzwerk trennen: WLAN ausschalten, LAN-Kabel ziehen
- IT-Security anrufen - nicht per E-Mail
- Gerät nicht weiter benutzen bis zur IT-Freigabe
- Bei einem Firmengerät darf nur die IT das Gerät wieder anschließen
Phishing-Mail melden
Outlook (Desktop): E-Mail auswählen → “Report Message” → “Phishing” - oder weiterleiten an die interne Phishing-Melde-Adresse.
Outlook (Mobile): Drei Punkte → “Als Junk melden” → “Phishing”.
Falls keine Meldefunktion vorhanden: Screenshot an IT-Security schicken. Die E-Mail selbst nicht weiterleiten, da das Malware aktivieren könnte.
Das Melden ist wichtig aus drei Gründen: Die IT-Security kann ähnliche Mails bei allen anderen Mitarbeitern blockieren. Analytics zeigen ob das Unternehmen gerade gezielt angegriffen wird. Und eine gemeldete Phishing-Mail verhindert, dass die nächste Kollegin oder der nächste Kollege in dieselbe Falle tappt.
Diese Checkliste als Poster für Ihr Büro oder im Security Awareness Training: Phishing-Simulation anfragen - Wir testen wie gut Ihr Team Phishing-Mails erkennt und schulen gezielt nach.
Weiterführender Artikel: Phishing-Simulation: Ein professionelles Programm aufbauen - Wie Sie diese Checkliste als Grundlage für strukturierte Simulationen nutzen und Erkennungsraten im Unternehmen systematisch verbessern.
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