Zum Inhalt springen

Services, Wiki-Artikel, Blog-Beiträge und Glossar-Einträge durchsuchen

↑↓NavigierenEnterÖffnenESCSchließen
Delegated Recovery von Facebook mit Vorsicht zu genießen! - Cybersicherheit und digitaler Schutz
Offensive Security

Delegated Recovery von Facebook mit Vorsicht zu genießen!

Das Zurücksetzen von Passwörtern ist ein Problem. Doch auch das delegated Recovery von Facebook ist mit Vorsicht zu genießen!|

Chris Wojzechowski Chris Wojzechowski Geschäftsführender Gesellschafter
Aktualisiert: 3. September 2024 3 Min. Lesezeit
IT-Grundschutz-Praktiker (TÜV) IT Risk Manager (DGI) § 8a BSIG Prüfverfahrenskompetenz Ausbilderprüfung (IHK)
Inhaltsverzeichnis (4 Abschnitte)

Jeder kennt es: Das Passwort hat man sich nicht gemerkt und muss es nun zurücksetzen - Die E-Mail soll dabei vom Mechanismus der delegated Recovery von Facebook abgelöst werden. Man würde in Zukunft also keine E-Mail mit neuem Passwort erhalten. Der Sicherheitsanker wäre dann Facebook.

Mit delegated Recovery von Facebook macht sich das soziale Netzwerk unersetzbar!

Bisher wurden zurückgesetzte Passwörter per E-Mail oder SMS an den Benutzer versendet. Die Nachteile von E-Mail und SMS sind offensichtlich: Sie sind unverschlüsselt. Facebook sieht sich an der Stelle als Lösung des Problems. Sobald ein Passwort vergessen wird, kann man sich einfach in das Facebook-Konto einloggen und den Zugang zum Dienst wieder freischalten. Dabei basiert die Authentifizierung auf Tokens, welche bei Facebook gespeichert werden. Bei jedem gekoppeltem Dienst hinterlegt das soziale Netzwerke also einen Schlüssel, mit dem man sich wieder einloggen kann und das Passwort des Accounts neu setzen kann.

Kryptographie, Daten und Sicherheit sind nicht das Problem beim delegated Recovery von Facebook!

Das delegated Recovery von Facebook wurde bei Github bereits umgesetzt. Die Kryptographie sieht laut Heise stabil aus. Die Tatsache dass bei dem Prozess nicht zwangsweise personenbeziehbare Daten ausgetauscht werden, räumt auch diese Zweifel aus dem Weg. Nicht zu verachten ist jedoch die Stellung, welche sich Facebook mit dieser Funktion sichert. Die E-Mail ist aus heutiger Sicht nicht wegzudenken - allein aus der Tatsache, dass sie als Wiederherstellungspunkt für viele Accounts herhalten kann. Wenn diese Stellung von Facebook übernommen wird, ist der Dienst in Zukunft unverzichtbar - unabhängig von Katzenbildern, Memes und Fake News.

Passwort-Reset-Mechanismen sind eine Schwachstelle!

Es ist die Gefahr von Mehrfachnutzung von Passwörtern, von Datendiebstählen oder Phishing Angriffen: Das abhandenkommen der Zugangsdaten vom E-Mail-Account. Ab diesem Zeitpunkt ist der Diebstahl zahlreicher Accounts möglich. Die im Postfach befindlichen Begrüßungsmails der Plattformen verraten, von welchen Diensten man sich das Passwort zurückholen kann. Schnell ist die digitale Identitäten in fremden Händen. Die Beantwortung von Sicherheitsfragen galt lange Zeit als letzte Bastion. Mehr als eine Pseudo-Zwei-Faktor Authentifizierung steckt aber nicht dahinter. Das Problem ist: Passwort und die Beantwortung beziehen sich auf Wissen, welches der Benutzer - und auch nur der Benutzer haben sollte. Bei dem spektakulären Yahoo Hack wurden jedoch auch die Antworten zu Sicherheitsfragen gestohlen - was sie ab diesem Zeitpunkt unbrauchbar und sogar zur Gefahr für andere Accounts macht.

Delegated Recovery von Facebook - Meine Meinung!

Weder E-Mail noch SMS sind die optimale Lösung, wenn es darum geht ein Passwort für einen Account wiederherzustellen. Der Mechanismus von Facebook ist dabei zwar technisch eine sinnvolle Alternative - Der Anbieter ist jedoch das Problem. Das soziale Netzwerk macht sich dabei noch unverzichtbarer. Wenn es in Zukunft nicht mehr zum kommunizieren verwendet wird, dann zumindestens zum Wiederherstellen von Passwörtern. Es würde sich dann ähnlich verhalten zu StudiVZ: Viele Accounts existieren noch wegen der Bilder. Nutzer sind zu bequem sie zu exportieren. Wer würde die Funktion schon manuell deaktivieren, wenn sie einmal eingerichtet ist?

Nächster Schritt

Unsere zertifizierten Sicherheitsexperten beraten Sie zu den Themen aus diesem Artikel — unverbindlich und kostenlos.

Kostenlos · 30 Minuten · Unverbindlich

Artikel teilen

Über den Autor

Chris Wojzechowski
Chris Wojzechowski

Geschäftsführender Gesellschafter

Geschäftsführender Gesellschafter der AWARE7 GmbH mit langjähriger Expertise in Informationssicherheit, Penetrationstesting und IT-Risikomanagement. Absolvent des Masterstudiengangs Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule (if(is), Prof. Norbert Pohlmann). Bestseller-Autor im Wiley-VCH Verlag und Lehrbeauftragter der ASW-Akademie. Einschätzungen zu Cybersecurity und digitaler Souveränität erschienen u.a. in Welt am Sonntag, WDR, Deutschlandfunk und Handelsblatt.

10 Publikationen
  • Einsatz von elektronischer Verschlüsselung - Hemmnisse für die Wirtschaft (2018)
  • Kompass IT-Verschlüsselung - Orientierungshilfen für KMU (2018)
  • IT Security Day 2025 - Live Hacking: KI in der Cybersicherheit (2025)
  • Live Hacking - Credential Stuffing: Finanzrisiken jenseits Ransomware (2025)
  • Keynote: Live Hacking Show - Ein Blick in die Welt der Cyberkriminalität (2025)
  • Analyse von Angriffsflächen bei Shared-Hosting-Anbietern (2024)
  • Gänsehaut garantiert: Die schaurigsten Funde aus dem Leben eines Pentesters (2022)
  • IT Security Zertifizierungen — CISSP, T.I.S.P. & Co (Live-Webinar) (2023)
  • Sicherheitsforum Online-Banking — Live Hacking (2021)
  • Nipster im Netz und das Ende der Kreidezeit (2017)
IT-Grundschutz-Praktiker (TÜV) IT Risk Manager (DGI) § 8a BSIG Prüfverfahrenskompetenz Ausbilderprüfung (IHK)
Zertifiziert ISO 27001ISO 9001AZAVBSI

Cookielose Analyse via Matomo (selbst gehostet, kein Tracking-Cookie). Datenschutzerklärung