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Call ID Spoofing wird schwerer - Illustration zu IT-Sicherheitsbewusstsein und Mitarbeiterschulung
Security Awareness

Call ID Spoofing: So schützt das TKG vor Betrugsanrufen

Seit Dezember 2022 blockiert das TKG gefälschte Rufnummern. Was ist Call ID Spoofing, welche Nummern sind gesperrt und wie schützen Sie sich?

Chris Wojzechowski Chris Wojzechowski Geschäftsführender Gesellschafter
Aktualisiert: 11. März 2026 3 Min. Lesezeit
IT-Grundschutz-Praktiker (TÜV) IT Risk Manager (DGI) § 8a BSIG Prüfverfahrenskompetenz Ausbilderprüfung (IHK)

TL;DR

Ab dem 1. Dezember 2022 verpflichtet das novellierte Telekommunikationsgesetz (TKG) deutsche Netzbetreiber, Anrufe mit gefälschten Sondernummern wie 110 oder 112 sowie Rufnummern mit den Vorwahlen 0900 und 0137 nicht mehr durchzustellen. Auslandsanrufe, die eine deutsche Nummer vortäuschen, werden zwar verbunden, aber ohne Nummerndarstellung im Display - ein gezielter Schlag gegen betrügerische Anrufe aus dem Ausland. Schätzungsweise 5-10 % der Roaming-Verbindungen werden als Kollateralschaden keine Nummer mehr anzeigen. Fälschungen mit nicht gesperrten Nummern bleiben weiterhin möglich.

Diese Zusammenfassung wurde KI-gestützt erstellt (EU AI Act Art. 52).

Inhaltsverzeichnis (4 Abschnitte)

Call ID Spoofing, das Verschleiern von Telefonnummern, wird ab dem 1.12.22 durch eine Neuerung im Telekommunikationsgesetz (TKG) erschwert. Doch wie genau wird das umgesetzt?

Wie funktioniert Call ID Spoofing?

Mit Call ID Spoofing haben wir uns schon öfter im Blog beschäftigt. Um es kurz zusammenzufassen: Bei dieser Methode verschleiert der Anrufer seine Identität hinter einer falschen Rufnummer. Im Display können dann Nummern wie “110” oder “112” erscheinen, obwohl von diesen Rufnummern niemals jemand anrufen würde. Dass diese Masche funktioniert und auch verwendet wird, haben wir vor einiger Zeit an diesem Beispiel in unserem Blog beschrieben.

Welche Neuerungen gibt es?

Betrüger rufen beim Call ID Spoofing oft unter bekannten Nummern an, wie z. B. Notfallnummern. In dem nun erlassenen TKG werden die Netzbetreiber verpflichtet, Gespräche, die diese Sondernummern als Anzeigenummer übermitteln, nicht mehr durchzustellen. Das bedeutet, dass bei einem Rufaufbau geguckt wird, ob diese Nummer als Sondernummer gelistet ist und ein Gespräch nur aufgebaut wird, wenn die Nummer nicht auf dieser Liste steht. Auch Rufnummern mit den Vorwahlen 0900 oder 0137 werden nicht mehr durchgestellt. Zusätzlich werden ausländischer Rufnummern, die eine beliebige deutsche Nummer anzeigen wollen, unterdrückt. D.h. die Gespräche werden zwar aufgebaut, aber keine deutsche Nummer mehr im Display angezeigt. Das ist besonders nützlich, da viele betrügerische Anrufe aus dem Ausland kommen und eine Strafverfolgung erschweren.

Mit der Neuerung kann die Bundesnetzagentur unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen ergreifen, um die Verantwortlichen Anrufer zu ermitteln. Trotzdem ist die Bundesnetzagentur nicht für die Strafverfolgung zuständig, dies obliegt den Strafverfolgungsbehörden. Wenn Sie den Verdacht haben, dass ein Anrufer seine Nummer fälscht, können Sie dies der Bundesnetzagentur melden, gleichzeitig sollten Sie auch die örtliche Polizeibehörde informieren. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite der Bundesnetzagentur.

Neue Regeln - Neue Probleme

Besonders der letzte Punkt stellt im Mobilfunk ein Problem dar. Im Roaming wird aus dem Ausland mit einer inländischen Nummer angerufen. Nach dem neuen Gesetz müssen die Netzbetreiber feststellen, ob dieser Anruf seriös ist oder nicht. Hier wird standardmäßig die Rufnummer unterdrückt und der Netzanbieter versucht festzustellen, ob die Rufnummer eine bekannte Nummer im Roaming ist. Ist sie nicht bekannt, wird davon ausgegangen, dass hier ein versuchter Call ID Spoofing Angriff vorliegt. Es kann durchaus vorkommen, dass aus dem Ausland eingehende Anrufe öfter eine unterdrückte Rufnummer besitzen. Es wird damit gerechnet, dass ca. 5-10 % der Roaming-Nummern nicht ermittelt und somit unterdrückt werden.

Ist Call ID Spoofing jetzt effektiv verhindert?

Wie gut die von den Netzbetreibern benutzten Maßnahmen zur Verminderung von Call ID Spoofing sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Die Neuerungen sind in jedem Fall ein Schritt in die richtige Richtung und erschweren es Angreifenden auf jeden Fall bekannte Rufnummern zu fälschen. Gleichzeitig wird nicht verhindert, dass Kennungen verwendet werden, die nicht auf der Blockliste stehen. Angreifende sind immer sehr kreativ, wenn es darum geht, Schutzmechanismen zu umgehen. Die Reform stellt ihnen auf jeden Fall ein weiteres Hindernis in den Weg, was umgangen werden muss.

Nächster Schritt

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Über den Autor

Chris Wojzechowski
Chris Wojzechowski

Geschäftsführender Gesellschafter

Geschäftsführender Gesellschafter der AWARE7 GmbH mit langjähriger Expertise in Informationssicherheit, Penetrationstesting und IT-Risikomanagement. Absolvent des Masterstudiengangs Internet-Sicherheit an der Westfälischen Hochschule (if(is), Prof. Norbert Pohlmann). Bestseller-Autor im Wiley-VCH Verlag und Lehrbeauftragter der ASW-Akademie. Einschätzungen zu Cybersecurity und digitaler Souveränität erschienen u.a. in Welt am Sonntag, WDR, Deutschlandfunk und Handelsblatt.

10 Publikationen
  • Einsatz von elektronischer Verschlüsselung - Hemmnisse für die Wirtschaft (2018)
  • Kompass IT-Verschlüsselung - Orientierungshilfen für KMU (2018)
  • IT Security Day 2025 - Live Hacking: KI in der Cybersicherheit (2025)
  • Live Hacking - Credential Stuffing: Finanzrisiken jenseits Ransomware (2025)
  • Keynote: Live Hacking Show - Ein Blick in die Welt der Cyberkriminalität (2025)
  • Analyse von Angriffsflächen bei Shared-Hosting-Anbietern (2024)
  • Gänsehaut garantiert: Die schaurigsten Funde aus dem Leben eines Pentesters (2022)
  • IT Security Zertifizierungen — CISSP, T.I.S.P. & Co (Live-Webinar) (2023)
  • Sicherheitsforum Online-Banking — Live Hacking (2021)
  • Nipster im Netz und das Ende der Kreidezeit (2017)
IT-Grundschutz-Praktiker (TÜV) IT Risk Manager (DGI) § 8a BSIG Prüfverfahrenskompetenz Ausbilderprüfung (IHK)
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